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Er gab sich als Arzt aus: Bayerischer Theologe impft gegen Corona - und lässt sich dafür bezahlen

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Von: Franziska Konrad

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Corona-Impfung
In gleich zwei Impfzentren soll ein bayerischer Theologe um die 300 Impfungen verspritzt haben. © Kay Nietfeld/dpa

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 50-jähriger Theologe soll sich mit einer gefälschten Urkunde als Arzt ausgegeben und in Impfzentren gearbeitet haben - auch im Landkreis Dachau.

Traunstein - Impfzentren im ganzen Freistaat werden derzeit von Corona-Impfwilligen überrannt. Vielerorts sind die Einrichtungen überlastet. Ein bayerischer Theologe hat dies wohl schamlos ausgenutzt: Er gab sich als Arzt aus, ließ sich bezahlen - und impfte in gleich zwei oberbayerischen Impfzentren.

Corona in Bayern: Theologe bewirbt sich mit gefälschter Urkunde in Impfzentren

Gegen den 50-Jährigen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Traunstein. Unter anderem ist der Theologe wegen gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrugs angeklagt. Das gab die Anklagebehörde am Dienstag, 23. November, bekannt.
Besonders dreist: Der Mann soll als falscher Arzt für seine Arbeit in den Impfzentren Geld erhalten haben, wie ein Sprecher der Anklagebehörde bestätigt. Eine Summe nannte er allerdings nicht.

Mit einer gefälschten Approbationsurkunde bewarb sich der 50-Jährige wohl bei Impfzentren in Rosenheim und Karlsfeld (Landkreis Dachau) - dort sei er anschließend auch im Einsatz gewesen. Im Landkreis Rosenheim soll er bei mobilen Einsätzen in Alten- und Pflegeheimen aktiv gewesen sein.

Corona in Bayern: Theologe impft gut 300 Mal in Impfzentren

Gut 300 Mal - im Februar und März - soll der Theologe die Spritze angesetzt und geimpft haben. In mehr als 1100 Fällen habe er
die Corona-Impfungen zwar angeordnet, die Verabreichung des Impfstoffs aber an medizinisches Fachpersonal delegiert. Anhaltspunkte für gesundheitliche Komplikationen bei den Geimpften gebe es bisher nicht.

Allerdings besteht der Verdacht auf Körperverletzung, da der Mann die Patienten getäuscht und ihre Einwilligung zur Impfung durch Täuschung erschlichen habe. Bisher schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. Nur die Fälschung der Arzt-Urkunde habe er bei einer Sachverständigen eingeräumt. Die übrigen Vorwürfe stützen sich auf Aussagen von Zeugen und sichergestellte Dateien. Bei einer Verurteilung könnte dem Theologen eine Haftstrafe drohen.

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