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Kaufen für die ein, die es selber gerade nicht können oder wollen: Marko Pintur, Marcel Glinka und Tobias Janson (v.l.). 

Karlsfelder Einkaufshelfer erzählen

Jugendliche helfenin der Krise

Es ist in ein Angebot für alle, die nicht selber einkaufen können oder möchten: Die Einkaufsbörse in Karlsfeld vermittelt junge Leute, die für andere zum Supermarkt, Bäcker oder Metzger gehen.

Karlsfeld – Das Projekt gibt es schon seit über zehn Jahren, jetzt ist es gerade lebendig. Damals wie heute setzt sich Karin Boger als Organisatorin dafür ein. Und damals wie heute melden sich bei ihr mehr Jugendliche, die helfen möchten, als Ältere, die Hilfe wünschen. „Ich kenne einige Seniorinnen, die über 80 sind, aber noch selber zum Einkaufen gehen. Sie sagen mir, sie wollen was tun und selbstständig sein.“ Das könne sie schon verstehen, sagt Boger, die selber von ihrer Familie gut versorgt wird und nur für kurze Spaziergänge aus dem Haus geht.

Ihr Angebot: „Wenn Sie, liebe Altersgenossen/innen auch so gut versorgt sein wollen, dann lassen Sie sich von den jungen Leuten, die auf meiner Liste stehen, die notwendigen Dinge besorgen.“ Sie betont: „Ich freue mich außerordentlich, dass es Jugendliche gibt, die sich sozial engagieren wollen, und ich danke ihnen dafür.“

Drei junge Menschen, die sich bei ihr meldeten, haben für die Heimatzeitung ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Alle drei sind darüber hinaus in der Jugendgruppe des Pfarrverbandes St. Anna und Josef aktiv.

Marko Pintur (15 Jahre) erzählt: „Pro Einkauf bekommen wir zwei Euro, doch ums Geld ging‘s mir nicht. Ich empfinde es als selbstverständlich, Menschen zu helfen, wenn ich helfen kann. Vor allem wenn jemand hilflos ist. In der jetzigen Situation, die uns jungen Menschen hier kaum bekannt ist, weil es uns ja an nichts fehlt, habe ich selbst erfahren können, wie schwer es war, Hygieneartikel für die älteren Menschen zu besorgen, die vor kurzem noch, ohne Frage, in den Regalen der Supermärkte zu kaufen waren. Genauso wie Öl, Mehl und Hefe, standen noch weitere Sachen auf der Einkaufsliste, doch das meiste haben wir besorgen können. Ich habe Glück in meinem Leben, nicht nur mit meiner Familie, sondern auch mit meinen Freunden, ich schätze das und bin dafür dankbar, und wenn ich etwas von dem Glück zurückgeben darf, umso besser. Ich glaube, darum geht’s in einer guten Gesellschaft, um‘s Geben und Nehmen!“

Marcel Glinka (16): „Die Menschen haben sich sehr über die Hilfe gefreut. Außerdem war es eine schöne Abwechslung, für einen guten Zweck aus dem Haus zu kommen. Ich hoffe, wir können weiterhin vielen Menschen zu Hilfe kommen.“

Tobias Janson ist 16 Jahre alt und hat damit auch was für sich selbst getan: „Mir macht das Einkaufen für die älteren Mitbürger große Freude. Ich komme so nicht nur an die frische Luft, sondern kann dadurch auch den zurzeit sehr eintönigen Alltag durchbrechen. Am besten finde ich allerdings, dass man neue Menschen kennenlernt und diesen damit helfen kann. Auch wenn ich im Supermarkt mal länger warten muss – die Dankbarkeit und Freude macht das wieder gut. Außerdem finde ich es wichtig, dass man in einer Gesellschaft die Menschen unterstützt, die Hilfe brauchen.“

Wer Hilfe braucht

kann sich bei Karin Boger unter Telefon: 08131/9 19 63 melden, falls er eine Einkaufshilfe wünscht. Auch die Nachbarschaftshilfe bietet Unterstützung an unter Telefon 0 81 31/9 32 73 bei Doris Reuß.

Elfriede Peil

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