Massnahmen zur Kulturförderung

CSU-Vorschläge stoßen auf Zustimmung – aber...

Die CSU will das Kulturleben in Karlsfeld befeuern. Dazu legte sie einen Maßnahmenkatalog mit einigen ehrgeizigen Zielen vor. Bei den anderen Fraktionen stoßen die CSU-Vorschläge grundsätzlich auf Zustimmung. Über der Umsetzung schwebt jedoch ein ganz großes „Aber“.

Karlsfeld – Die Gemeinderatsfraktion der CSU hat unter Federführung von Stefan Handl und Kulturreferentin Ingrid Brünich einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgelegt, wie die Kulturszene in der Gemeinde gefördert, belebt und ausgebaut werden sollte. Als erstes Gremium des Gemeinderats befasste sich der Hauptausschuss am Dienstagabend mit den Vorschlägen. Fazit: Die anderen Gemeindefraktionen unterstützen die Pläne der CSU.

Eine erste Maßnahme wurde mit dem Runden Tisch Kultur schon umgesetzt. Karlsfelder Kulturschaffende aus verschiedenen Bereichen kamen im Sitzungssaal des Rathauses zusammen, um sich vorzustellen, kennenzulernen, auszutauschen und abzusprechen. „Viele haben mit einem Raumproblem zu kämpfen“, berichtete Stefan Handl dem Ausschuss. Es fehlt an Räumen, in denen die Vereine, Orchester oder andere Gruppierungen üben oder auch etwas lagern können.

Dieses Problem ließe sich lösen, wenn ein zentraler Vorschlag des CSU-Antrags umgesetzt würde: Die Grundschule an der Krenmoosstraße soll zum „Kulturhaus“ werden, wenn nebenan die neue Schule 2020 steht. Ob die 50 Jahre alte Grundschule für eine solche Nachnutzung geeignet ist, ohne über Gebühr viel Geld in die Hand nehmen zu müssen, soll jetzt geprüft werden.

Schon vor einigen Jahren hatte die Karlsfelder CSU den Bau einer Seebühne vorgeschlagen. Im neuen Antrag ist von einer „Open-Air-Bühne“ die Rede. „Wir haben das bewusst offener formuliert, die Bühne muss nicht zwingend am Karlsfelder See gebaut werden“, sagte Handl. Auch die Idee einer Open-Air-Bühne fand durch die Fraktionen Gefallen. Im nächsten Schritt sollen vergleichbare Bühnen in der Region angeschaut werden, zudem sollen dort Gespräche mit den Betreibern geführt werden.

Weiterer Vorschlag im Antrag der CSU: eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung, vergleichbar mit „Jazz in allen Gassen“ oder der „Langen Tafel“ in Dachau. „Es soll aber keinesfalls eine Kopie werden“, betonte Handl. Wie so eine Veranstaltung aussehen könnte, soll auch Thema beim nächsten Runden Tisch Kultur werden.

Konsens herrschte im Hauptausschuss des Gemeinderats auch, was die Öffentlichkeitsarbeit im Kulturbereich betrifft. „Wir haben tolle Veranstaltungen bei uns, die mehr Besucher verdienen“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe. Über die Internetseite der Gemeinde sowie über die Karlsfeld-App und das Gemeindejournal soll mehr Werbung für Kulturschaffende und Vereine sowie für deren Veranstaltungen gemacht werden.

Der Karlsfelder Kulturkalender – ein seit Langem gehegter Wunsch in der Gemeinde – soll nicht mehr in Eigenregie, sondern über die West-Allianz verwirklicht werden. In der West-Allianz arbeiten sieben Gemeinden in verschiedenen Bereichen zusammen. Kolbe ist Vorsitzender des Zweckverbands.

Mit Skepsis betrachten SPD und Bündnis für Karlsfeld die Vorschläge der CSU, 2020 einen eigenen Kulturausschuss im Gemeinderat zu bilden und außerdem für die Kulturarbeit eine Vollzeitstelle im Rathaus einzurichten. Die anfallende Arbeit ließe sich durchaus in bestehenden Gremien und ohne eigene Stelle in der Verwaltung stemmen, argumentierte zum Beispiel Adrian Heim (Bündnis). Johann Willibald, CSU, entgegnete, Kulturausschuss und Vollzeitstelle seien unabdingbar, „wenn wir es richtig anpacken wollen und Geld in die Hand nehmen“.

„Geld“ war dann auch das Stichwort der folgenden Diskussion über die Realisierbarkeit der CSU-Vorschläge. Auch Kolbe bremste hier: „Hinter jeder Geschichte stecken die Finanzen!“

Thomas Leichsenring

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kein Listenplatzgerangel bei den Parteiunabhängigen in Jetzendorf
Listenplatzgerangel ist bei den Parteiunabhängigen aus Jetzendorf kein Thema. Die Nominierung der 16 Gemeinderatskandidaten verlief ohne eine einzige Gegenstimme.   
Kein Listenplatzgerangel bei den Parteiunabhängigen in Jetzendorf
Unerreichbare Lebensretter
Im Karlsfeld gibt es keinen Defibrillator, der rund um die Uhr zugänglich ist. In Dachau schaut es auch nicht gut aus. Das sind die vorläufigen Ergebnisse einer …
Unerreichbare Lebensretter
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik
Schüler und Azubis fahren ab Sommer für einen Euro am Tag. Die Gesellschafterversammlung des MVV hat am Freitag einer Finanzierung zugestimmt. Der SPD geht das nicht …
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik
Viele Projekte erfordern viel Geduld
Über 100 Besucher kommen zur Bürgerversammlung in Odelzhausen. Hier erfuhren sie leider: Viele Projekte im Ort erfordern viel Geduld.
Viele Projekte erfordern viel Geduld

Kommentare