Acht Personen draußen mit großem Scheck
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Gemeinsam für Isabella: Alexandra und Frayo Risonjic, Christian Lehmann, Konrad Dietl, Michael Gold, Elke Dietl, Angela Gold sowie Tamara Lehmann (von links) sammeln Geld, damit die schwerkranke Isabella ein Spielzimmer bekommt. 

Karlsfelder Unternehmer starten Spendenaktion für schwerkranke Fünfjährige

Damit Isabella ihr eigenes Reich bekommt

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Isabella (5) aus Karlsfeld leidet an einer extrem seltenen Lungenkrankheit. Jetzt bekommt die Familie Hilfe - aus Karlsfeld.

Karlsfeld - Die fünfjährige Isabella aus Karlsfeld wurde vor ziemlich genau zwei Monaten zu einer kleinen Berühmtheit. Nach zahlreichen Presseberichten – unter anderem in der Heimatzeitung sowie den großen Münchner Boulevard-Blättern – standen bald auch die TV-Sender Schlange: Es gab Berichte im BR, auf RTL und Sat1.

Was all die mediale Aufmerksamkeit aber nicht schaffte: dem schwerkranken Kind, das an einer extrem seltenen Lungenkrankheit leidet, eine Intensivpflegekraft zu vermitteln. Isabellas Vater hatte Anfang des Jahres verzweifelt Flugblätter vor den Kliniken im ganzen Münchner Umland verteilt, die dazu aufriefen, sich bei der verzweifelten Familie zu bewerben.

Doch bis heute hat sich nichts getan. Die Krankenkasse weigert sich beharrlich, den Eltern, die sich in zwei Zwölf-Stunden-Schichten um die von einem Sauerstoffgerät abhängige Tochter kümmern, als Pflegekräfte anzuerkennen. Zwar würde die Kasse jährlich 300 000 Euro für die Intensivbetreuung zahlen, nur darf diese Betreuung eben nur von speziell ausgebildeten Kräften erfolgen. Da es die auf dem Markt aber gerade nicht gibt, „müssen wir es eben machen, kostenlos“, wie Vater Fritz P. erklärt. Da aufgrund der häuslichen Situation weder er noch seine Frau Christina arbeiten können, sind die Reserven der Familie, zu der auch noch der neunjährige Sohn Kilian gehört, bald aufgebraucht. „Der Staat lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern“, so der 49-Jährige.

Umso willkommener ist ihm da die Aktion, die Unternehmerin Elke Dietl, Inhaberin des Autohauses Osterholzer in Karlsfeld, initiiert hat. Über den im Januar erschienenen Artikel in den Dachauer Nachrichten auf das Schicksal des Mädchens aufmerksam geworden, hatte Dietl sich an die Familie gewandt und Hilfe angeboten. Neben zwei Autoreparaturen stellte sich dabei heraus, dass es im Haus P. tatsächlich eine sprichwörtliche Baustelle gibt: Die kleine Isabella, die an ihren Apparaten und Maschinen hängend fast ausschließlich im Wohnzimmer der Familie lebt, bräuchte ein Spielzimmer.

Dietl wandte sich daraufhin an Kunden und Nachbarn und fand sofort Unterstützer. Mittlerweile, sagt sie, habe das Projekt „eine Dynamik angenommen“, die sie selbst überrascht – und die Familie P. einfach „ganz toll“ und „traumhaft“ findet. Aktuell könne Isabella nämlich nur im Wohnzimmer spielen, wo sie ihre Eltern im Blickfeld behalten: Sollte die Fünfjährige nämlich im Eifer des Spiels ihren Luftschlauch verlieren, würde sie sterben. Indem nun ein Nebenraum des Hauses umgebaut wird, inklusive Fenstern, von denen aus die Eltern ihre Tochter im Auge haben können, gewänne Isabella Privatsphäre und das Familienleben ein bisschen mehr Ruhe, wie Vater Fritz P. betont.

Dieser Umbau ist jedoch aufwändig, und auch wenn die Handwerker umsonst arbeiten, müssen die Materialien bezahlt werden. Laut Elke Dietl sind dies – unter anderem – Dämmmaterialien, zwei Fenster, Bodenbelag, die Elektroausstattung sowie eine Heizung. In Summe, so rechnet die Unternehmerin vor, bräuchten die Helfer 20 000 Euro, um der kleinen Patientin ein warmes, sicheres Umfeld zum Spielen zu bauen.

Auf der Wohnzimmer-Intensivstation: die kleine Isabella P. mit ihren Eltern Fritz und Christina. Die Fünfjährige leidet am Surfactant-Protein-C-Mangelsyndrom.

Gemeinsam mit Christian Lehmann von der Firma CL Altbausanierung GmbH und Michael Gold von der Engagierten Unternehmergemeinschaft (EUG) Karlsfeld hat Dietl daher eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, die Geld für Isabellas Spielzimmer sammelt. Baumaterial könnte dabei direkt bei Christian Lehmann abgegeben werden, Fragen beantwortet er unter Telefon 01 60/99 60 86 71; für Geldspenden gibt es darüber hinaus ein Paypal-Konto, dessen Daten Elke Dietl unter Telefon 01 73/5 97 13 72 weitergeben würde.

Die Hoffnung, dass sie irgendwann doch noch Pflegekräfte für ihr Kind finden, haben die P.’s nicht aufgegeben. Im kommenden September soll Isabella eingeschult werden, in die Verbandsgrundschule Karlsfeld. Eine Behinderteneinrichtung mache keinen Sinn, sagt der Vater, intellektuell sei seine Tochter normal entwickelt. Im besten Fall habe sie bis dahin also einen Begleiter, der darauf achtet, dass ihre Sauerstoffgeräte ordnungsgemäß arbeiten. Bewerbungen sind nach wie vor erbeten unter E-Mail an isabella.pro@gmx.de. STEFANIE ZIPFER

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