Das Hallenbad kurz nach Fertigstellung aus der Vogelperspektive (links) unten. Mittlerweile stehen im Gebiet bis zum Karlsfelder See große Bäume.
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Das Hallenbad kurz nach Fertigstellung aus der Vogelperspektive unten. Mittlerweile stehen im Gebiet bis zum Karlsfelder See große Bäume.

Vor genau 50 Jahren wurde das Karlsfelder Hallenbad eröffnet – Probleme im Jubiläumsjahr

Danzers Freudensprung zur Hallenbad-Eröffnung

  • VonThomas Leichsenring
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Karlsfeld – 30 Jahre lang, von 1960 bis 1990, war Bruno Danzer Bürgermeister der Gemeinde Karlsfeld. In diesen drei Jahrzehnten bot Danzer manch schlagzeilenfähiges Schauspiel. Das wohl bemerkenswerteste trug sich fast auf den Tag vor 50 Jahren zu: Mit einem Sprung eröffnete Danzer das Karlsfelder Hallenbad – vom Drei-Meter-Brett wohlgemerkt. Und im Anzug!

Das Jubiläumsjahr ist leider wenig erfreulich, was das Bad betrifft. Es ist geschlossen und wird es bis voraussichtlich Jahresende auch bleiben (wir berichteten). Das schadhafte Dach – seit Langem ein Problem – lässt einen Normalbetrieb nicht mehr zu. Nach massiven Wassereintritten musste die innen liegende abgehängte Decke als nicht mehr verkehrssicher eingestuft werden. Der Hauptausschuss des Gemeinderats beschloss Sofortmaßnahmen – und damit musste das Bad bis auf Weiteres dichtgemacht werden.

Mit „Hochdruck“ werde daran gearbeitet, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen und das Hallenbad bis zum Sanierungsbeginn wieder zugänglich zu machen, teilte die Gemeinde mit.

Wie mehrfach berichtet, soll das Karlsfelder Hallenbad unabhängig von den Dachschäden in großem Umfang saniert werden. Dies beschloss der Gemeinderat im April einstimmig. Zuvor war – zumindest inoffiziell – schon der Schließung des Bades aus Kostengründen gesprochen worden. Die Sanierungskosten liegen bei mindestens 11 Millionen Euro.

Eine Menge Geld für die Gemeinde Karlsfeld, die so knapp bei Kasse ist. Zweimal hoffte man im Rathaus, im von der Bundesregierung aufgelegten Förderprogramm mit dem Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zum Zuge zu kommen, um so wenigstens knapp 5 Millionen Euro an Zuschüssen verbuchen zu können. Doch Karlsfeld ging leer aus. Denn die 600 Millionen Euro, die der Bund insgesamt im Programm locker gemacht hatte, reichten bei Weitem nicht aus, auch nur annähernd alle Städte und Gemeinden zu berücksichtigen, die gern ein Stückchen abbekommen hätten vom Kuchen.

Karlsfeld hatte sich noch mit einem zweiten Großprojekt um Aufnahme in dieses Bundesprogramm beworben: mit der Sanierung der Sporthalle an der Krenmoosstraße. Leider gab es auch hier eine Absage in beiden Runden. Ein wenig neidisch blickt man zum Nachbarn Dachau, denn die Große Kreisstadt erhält für die Sanierung der Sporthalle in Dachau-Ost einen Zuschuss aus dem Fördertopf.

Ganz aus dem Rennen ist Karlsfeld mit seinen beiden Projekten immer noch nicht. Denn möglicherweise geht Sonderprogramm in eine dritte Runde.

Wasserratten müssen sich in Karlsfeld derweil gedulden. Auch für den TSV Eintracht mit seinen Schwimmern und Triathleten ist die Hallenbad-Sperrung ein Unglück, sie können nicht trainieren. Der Schwimmabteilung fehlen zudem die Einnahmen aus den Schwimmkursen.

Das Hallenbad ist nach 50 Jahren sanierungsbedürftig, für sein Alter aber noch ganz gut in Schuss, wie im vergangenen Jahr eine Untersuchung von Experten ergab. Mit der Sanierung soll es nun fit gemacht werden für die nächsten 25 Jahre. So schnell wird also kein Karlsfelder Bürgermeister im Anzug aufs Drei-Meter-Brett klettern, um ein neues Hallenbad mit einem Sprung zu eröffnen.

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