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Demonstration für einen Supermarkt ‒ Senioren lassen Dampf ab

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Von: Verena Möckl

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Sie sind sauer: Eckart Moj (links) und die „alten Neubürger“ des Prinzenpark-Geländes konfrontierten die Mitglieder des Karlsfelder Gemeinderats mit ihrer Forderung, endlich den versprochenen Supermarkt zu bauen.
Sie sind sauer: Eckart Moj (links) und die Anwohner des Prinzenpark-Geländes konfrontierten die Mitglieder des Karlsfelder Gemeinderats mit ihrer Forderung, endlich den versprochenen Supermarkt zu bauen. © Verena Möckl

Rund 40 Menschen haben am Karlsfelder Rathausplatz demonstriert. Sie fordern endlich einen Supermarkt am Prinzenpark.

Karlsfeld – Auf dem Rathausplatz in Karlsfeld ist es am Donnerstagabend laut geworden. Rund 40 Menschen folgten dem Aufruf von Eckart Moj vor Beginn der Gemeinderatssitzung zu demonstrieren. Thema: der anhaltende Stillstand auf dem Prinzenpark-Gelände.

Sind sich uneinig: Bürgermeister Stefan Kolbe (links) stellte sich den Demonstranten.
Sind sich uneinig: Bürgermeister Stefan Kolbe (links) stellte sich den Demonstranten. © vm

Mit Trillerpfeifen und Rasseln ließen die Senioren Dampf vor den Karlsfelder Gemeindepolitikern ab. Die „alten Neubürger“ – vor allem Senioren, die im Betreuten Wohnen an der Bayernwerkstraße leben – warten seit fünf Jahren auf den versprochenen Supermarkt. Auch eine Mutter mit zwei Kindern war unter den Demonstranten. „Das Problem wird auf dem Rücken mehrerer Generationen ausgetragen“, sagte sie zu Bürgermeister Stefan Kolbe. Ein anderer Demonstrant klagte: „Wir fühlen uns betrogen!“

Für einen Supermarkt am Prinzenpark: Demonstration vor dem Rathaus

Kolbe betonte, dass es der Investor Erl und Streicher aus Deggendorf gewesen sei, der Versprechungen gemacht habe. An dem Bauherren liege es auch, warum nichts vor sich geht. Zudem rief der Bürgermeister die Gruppe um Moj dazu auf, doch auch in Deggendorf zu demonstrieren.

Stillstand am Prinzenpark: Demo am Rathausplatz

Wie berichtet, sollte Erl und Streicher das Areal nach den Wünschen der Gemeinde entwickeln: mit Gewerbe und einem Supermarkt. Dies sei nicht zu verwirklichen, ließ der Investor später verlauten. Das Deggendorfer Unternehmen legte alternative Planungen vor, unter anderem mit einem deutlich er-höhten Wohnungsanteil und einem Parkhaus. Diese Vorschläge lehnte der Gemeinderat ab. Seitdem kamen die beiden Parteien zu keiner Einigung.

Es kann nicht sein, dass wir uns für eine Semmel in den Bus setzten müssen“

Eckart Moj

Die Senioren der Initiative „Fehlender Nahversorger“ hätten von ewigen Schuldzuweisungen genug, wie Eckart Moj bei der Demonstration betonte. Er fordert, dass die Gemeinde schrittweise Lösungsansätze mit dem Investor erarbeitet, sodass es am Ende einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss gebe. „Es kann nicht sein, dass wir uns für eine Semmel in den Bus setzten müssen“, schimpfte Moj. Er kündigte weitere Protestaktionen an.

Kolbe versicherte: „Wir haben jemanden in Betracht, der bereit wäre, ein Provisorium hinzustellen und zu betreiben.“

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