Der vorläufig letzte Besuch: die Karlsfelder Reisenden in Dirndln und Lederhosen vor der malerischen Muro-Lucano-Kulisse. Das Bild entstand 2017.
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Der vorläufig letzte Besuch: die Karlsfelder Reisenden in Dirndln und Lederhosen vor der malerischen Muro-Lucano-Kulisse. Das Bild entstand 2017.

Zehn Jahre Partnerschaft zwischen Karlsfeld und Muro Lucano in Italien – Corona verhindert Feierlichkeiten

Die große Geburtstagsparty fällt aus

Karlsfeld – Feierstunde am 1. Juli 2011: Der Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe und sein Amtskollege Gerardo Mariani nehmen im Bürgerhaus einen offiziellen und hocherfreulichen Akt vor: Sie unterzeichnen die Partnerschaftsurkunde. Karlsfeld und das in der süditalienischen Provinz Potenza gelegen Städtchen Muro Lucano sind Partner!

Das Jahr 2021 ist demnach ein Jubiläumsjahr: Seit zehn Jahren besteht eine durchaus lebendige Partnerschaft mit Muro Lucano. Normalerweise würden spätestens jetzt Vorbereitungen beginnen, um ein angemessenes Jubiläumsfest veranstalten zu können. Normalerweise. Denn Corona schiebt auch hier einen Riegel vor. Angesichts der Pandemielage könne er sich nicht vorstellen, „dass wir mit einer großen Delegation nach Italien fahren“, sagte Bürgermeister Kolbe vor wenigen Tagen in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeinderats. Ebenso wenig erscheint aktuell ein Gegenbesuch der Freunde aus Italien möglich.

Ein rauschendes Partnerschaftsfest oder eine Reise nach Italien hätten man sich in Karlsfeld ursprünglich durchaus etwas kosten lassen. 20 000 Euro standen unter dem Posten „Städtepartnerschaften“ im Haushalt für das Jahr 2021. Der Haupt- und Finanzausschuss reduzierte den Ansatz auf 5000 Euro – weil das Geld womöglich wegen Corona nicht gebraucht wird und weil Karlsfeld eisern sparen muss.

Muro Lucano lag als Partner nahe

Der Wunsch nach einer Partnergemeinde entstand in Karlsfeld vor vielen Jahren. 2010 wurde es konkret: Der Gemeinderat entschied sich fast einstimmig für Muro Lucano – eine nahe liegende Wahl. Seit 50 Jahren leben Menschen aus dieser Gemeinde in Karlsfeld. Der Karlsfelder Verein „Associazione Muro Lucano“ hatte sich sehr um eine Ausweitung der Beziehungen bemüht.

Muro Lucano liegt in der Region Basilikata. Rund 5400 Italiener leben in der 125 Quadratkilometer großen Gemeinde. Der Ort liegt auf einem Felsen, rund 600 Meter über einer Schlucht des Flusses Rescio – 1500 Kilometer von Karlsfeld entfernt.

Unterhalb der Stadt sind Mauerreste gefunden worden, die man mit dem Ort Numistro identifiziert – dort hat sich 210 vor Christus eine Schlacht zwischen den Truppen des Karthagers Hannibals und des römischen Feldherrn Marcellus abgespielt. Im Internet ist Muro Lucano auf der Seite www.murolucano.eu zu finden.

Die Reduzierung des Haushaltsansatzes fiel den Gemeinderäten im Ausschuss schwer – so wie so viele Sparentscheidungen in diesen Tagen. „Ich neige dazu, dieses Jahr eine Vollbremsung reinzuhauen“, umschrieb Kolbe die Ausrichtung der Haushaltsberatungen.

Kolbe hatte sich stets für die Partnerschaft eingesetzt. Und das blieb in Muro Lucano nicht unbeachtet: Vor einem Jahr machten die Italiener den Karlsfelder Bürgermeister zum Ehrenbürger.  

tol

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