Bereit für den Start: Im Juni soll die Fotovoltaik-Anlage auf einer Produktionshalle am Standort München-Karlsfeld Strom liefern.
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Bereit für den Start: Im Juni soll die Fotovoltaik-Anlage auf einer Produktionshalle am Standort München-Karlsfeld Strom liefern.

Triebwerk-Hersteller will CO2-Emissionen bis 2030 um 60 Prozent reduzieren – Ganzes Paket an Maßnahmen

Die MTU will noch heuer klimaneutral werden

München/Karlsfeld – Die MTU Aero Engines AG möchte ihren Produktionsstandort an der Grenze von München zu Karlsfeld, zugleich Hauptsitz des Unternehmens, ab Ende 2021 klimaneutral betreiben. Der Flugzeugtriebwerk-Bauer hat eine entsprechende Initiative gestartet mit dem Ziel, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 sukzessive um 60 Prozent zu reduzieren – im Vergleich zum Basisjahr 2019 mit 41 000 Tonnen CO2-Jahresemission.

Die Reduktion wird sich aus nachhaltigen betrieblichen Maßnahmen ergeben, verbleibende unvermeidbare Emissionen werden mit Zertifikaten kompensiert.

„Die MTU hat eine gesellschaftliche Verpflichtung, ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen“, betont Lars Wagner, Technik-Vorstand des Konzerns und Standortleiter München. „Wir bekennen uns zum Pariser Klimaschutzabkommen und wollen unseren Beitrag für die Begrenzung der Erwärmung der Erdatmosphäre gegenüber dem vorindustriellen Niveau leisten. Deshalb orientieren wir uns im Standortbetrieb am 1,5-Grad-Ziel.“

Die betrieblichen Maßnahmen basieren auf drei Kernelementen: grundsätzlich sparsamerer Verbrauch, effizienterer Energieeinsatz sowie Nutzung hochwertiger, emissionsfreier Energie wie Grünstrom oder Biogas. Auch die Chancen zur Eigenerzeugung würden dabei bestmöglich genutzt, schreibt das Unternehmen: Ende Juni geht eine Fotovoltaik-Anlage in Betrieb. Parallel laufen Untersuchungen zur Nutzung von Tiefen-Geothermie zur Wärmegewinnung (wir berichteten).

In den nächsten Wochen wählt die MTU konkrete Maßnahmen für Effizienzverbesserungen im Standortbetrieb aus. „Dazu haben wir ein breites Portfolio an Ideen zur Auswahl. Sie betreffen das Energiemanagement an unserem Standort, die Maschinen- und Anlageneffizienz, die Gebäudetechnik und Themen aus Einkauf und Logistik“, erklärt Wagner.

Die MTU will auch sogenannte indirekte Emissionen ermitteln und in die Gesamtbilanz aufnehmen. Dazu zählen zum Beispiel die Mobilität der Mitarbeiter, Dienstreisen und die Logistik am Standort München. Auf Basis einer vollständigen Bilanz aller lokalen Treibhausgas-Quellen und durch die Wahl hochwertiger Kompensationsmöglichkeiten mit möglichst regionalem Bezug soll die Klimaneutralität noch in diesem Jahr erreicht werden.

Die MTU setzt sich bereits seit vielen Jahren für den Umwelt- und Klimaschutz ein: So nahm 2017 ein mit Bio-Methan betriebenes Blockheizkraftwerk den Betrieb auf. Ende des zweiten Quartals 2021 steht die Inbetriebnahme der Fotovoltaik-Anlage an. Dazu wurden Solarpanels mit einer Fläche von knapp 1300 Quadratmetern auf dem Dach einer Produktionshalle am Standort installiert. 240 000 Kilowattstunden Strom soll die Anlage jährlich ins MTU-Netz speisen.

In unternehmensübergreifenden Partnerschaften vertieft die MTU ihre eigene Expertise und setzt sich auch über ihre Werksgrenzen hinweg zusammen mit anderen Unternehmen für Nachhaltigkeitsbelange ein. Dazu gehört der Klimapakt der Münchner Wirtschaft, das Energieeffizienznetzwerk München-Oberbayern sowie das kürzlich gestartete Netzwerk „DekarbN“. Es wird im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz von der Bundesregierung gefördert.

„Nachhaltigkeit ist für uns auch in der Produktentwicklung schon lange ein strategischer Erfolgsfaktor und Treiber für Effizienz und Innovation“, sagt Wagner. „Mit dem treibstoffsparenden und leisen Getriebefan hat die MTU gemeinsam mit Pratt & Whitney frühzeitig eine nachhaltige Luftfahrt vorangetrieben. Hohe Bedeutung kommt auch nachhaltigen, regenerativen Kraftstoffen zu. Auf dem Weg zum emissionsfreien Fliegen befassen wir uns im Speziellen mit Wasserstoff-Konzepten und der fliegenden Brennstoffzelle.“  dn

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