Geplantes Gewerbegebiet Bajuwarenstraße in Karlsfeld

Der Disput geht munter weiter

Das Gewerbegebiet an der Bajuwarenstraße in Karlsfeld kommt. Die Notwendigkeit sehen einige Gemeinderäte allerdings nicht so ganz

Karlsfeld – Das neun Hektar große Karlsfelder Gewerbegebiet an der Bajuwarenstraße unmittelbar an der Grenze zum Stadtgebiet Dachau kommt, das ist längst beschlossen. Die Diskussion um das Großprojekt aber dauert an. „Der Standort ist ungeeignet“, sagte Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) am Donnerstagabend, als sich der Gemeinderat mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gebiet befasste.

Im Detail ging es um die Stellungnahmen der sogenannten „Träger öffentlicher Belange“. Heim verwies darauf, dass die Gewerbeentwicklung am Rand des Grünzugs Dachau-Karlsfeld in vielen Stellungnahmen kritisch gesehen oder abgelehnt werde, etwa vom Landesbund für Vogelschutz und vom Bund Naturschutz. In ihrer Stellungnahme schreibt die BN-Ortsgruppe Karlsfeld von „verantwortungsloser Planung“ und „unverantwortlichem Flächenverbrauch“. Diese Ansicht teilt das Bündnis für Karlsfeld seit jeher. Konsequenterweise lehnten Adrian Heim und sein Fraktionskollege Peter Neumann die Änderung des Flächennutzungsplanes ab.

CSU und SPD sprachen sich hingegen abermals deutlich für das Gewerbegebiet aus. „Nichts zu tun“ sei ein Fehler, sagte SPD-Fraktionschef Franz Trinkl. Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) sagte, dass die Gemeinde Karlsfeld ihre Haushaltsprobleme aufgrund unerlässlicher Investitionen nur mit weiteren Gewerbesteuereinnahmen lösen könne, „sonst werden wir irgendwann an die Wand fahren“. Das Gewerbegebiet sei dringend notwendig, um neue Unternehmen ansiedeln und Karlsfelder Unternehmen Expansionsmöglichkeiten bieten und damit am Ort halten zu können.

Nicht nur das Gewerbegebiet ist seit Langem beschlossene Sache, sondern auch gleichzeitig die Ausweisung eines 140 Hektar großen Landschaftsschutzgebietes in unmittelbarer Nachbarschaft zwischen dem Wasserwerk und der Grenze zur Stadt Dachau. Um beide Vorhaben realisieren zu können, war formal die Änderung des Flächennutzungsplanes nötig.

Im nächsten Schritt soll für das Gewerbegebiet jetzt der Bebauungsplan aufgestellt werden.  tol

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