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Anklage wegen  Totschlags: Ein Karlsfelder muss sich verantworten.

Karlsfelder wegen versuchten Totschlags vor Gericht

„Ich komme wieder und stech dich ab“

Wie aus heiterem Himmel kam es am Abend des 30. März vorigen Jahres in Karlsfeld zu einer heftigen Auseinandersetzung auf offener Straße. Dabei soll ein 33 Jahre alter Landschaftsgärtner aus Karlsfeld mit dem Messer auf einen 26-jährigen Techniker losgegangen sein.

Karlsfeld/München – Hintergrund ist offenbar eine frühere Auseinandersetzung. Mit Glück kam es zu keinen Verletzungen. Doch der 33-Jährige sitzt seit 2. April in Untersuchungshaft und muss sich seit Mittwoch wegen versuchten Totschlags, Bedrohung und Beleidigung vor dem Landgericht München II verantworten. Er hat die Attacke teilweise gestanden.

Der Angeklagte war gerade auf dem Heimweg vom Einkaufen, als er nahe dem Eichinger Weiher dem 26-Jährigen begegnete, der sich auf der Straße mit zwei weiteren Burschen unterhielt. Laut Anklage suchte er sofort die Auseinandersetzung, indem er den anderen Mann bedrohte und beleidigte: „Ah, du bist das. Mit dir habe ich noch eine Rechnung offen. (...) Du wirst schon noch sehen, ich komme wieder und stech dich ab!“ Danach soll er auf Aufforderung eines der beiden anderen Männer verschwunden sein. Doch schon wenige Minuten später sei er wiedergekommen – diesmal mit einem Messer in der Hand, dessen Klinge gut zehn Zentimeter lang war.

Nun soll der Angeklagte zielstrebig auf sein Opfer zugegangen und eine Stichbewegung in Richtung dessen Hals ausgeführt haben. Er kündigte angeblich noch an, ihn jetzt abzustechen. Der Angegriffene konnte jedoch ausweichen – und sich einen dicken Ast schnappen. Daraufhin hat der 33-Jährige laut Anklage versucht, mit dem Messer in die linke Flanke seines Gegenübers zu stechen. Diesem gelang es aber erneut, auszuweichen. Als der Angreifer ein drittes Mal ansetzte, griff einer der Männer ein und schlug dem Angreifer auf den Kopf, sodass dieser benommen in die Hocke ging. Anschließend lief der 33-Jährige davon.

Der Angeklagte ließ über seinen Verteidiger ausrichten, dass er zwar eine Stichbewegung gemacht habe, die aber nicht traf. Er bestritt, ein Küchenmesser geholt zu haben, stattdessen habe er wie immer ein Klappmesser dabei gehabt. Das Messer, das die Ermittler im Eichinger Weiher fanden, stamme angeblich nicht von ihm.

Zu seinem Lebenslauf gab er an, dass er im Heim aufgewachsen war, zuletzt jedoch bei seiner Mutter gelebt hatte. Er habe viele Probleme mit Drogen und Alkohol gehabt. Seinen Drogenkonsum am Tattag beschrieb er so: Erst habe er zwei Halbe Bier getrunken, dann sei er zur Drogen-Substitution gegangen. Danach habe er vier Halbe Bier getrunken und drei bis vier Joints geraucht. Abschließend nahm er noch zwei Tabletten Valium. Das sei für ihn eine normale Tagesdosis, sagte er.

Der Prozess dauert an.

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