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Drei, die gut miteinander können: links Sprecher Christian Reimer, in der Mitte Autor Willi Lettmair und rechts Tontechniker Thomas Brösdorf.

Hörspiel in Buchhandlung

Mit Elena durch eine fantastische Nacht

Depperte Trolle, sanfte Elfen, ein weiser Drache und ein ganz mieser Seelenfänger: In der Blätterwerk-Buchhandlung erlebte das lauschende Publikum ein fantastisches Hörspiel aus der Feder eines Karlsfelder Autors und Musikers.

Karlsfeld – Wann gibt es das schon: ein Hörspiel, das auf eine CD gebrannt ist, live zu erfahren? Gabriele Grimm von der Blätterwerk-Buchhandlung hat es möglich gemacht. Sie hat den Autor Willi Lettmair und dessen Team einfach eingeladen, und so wird erstmals sein Hörspiel „Elenas Nacht“ zur ganz besonderen Lesung.

Über eine Stunde lang lauschen die vielen Interessierten der fantastischen Geschichte vom kleinen Mädchen Elena, das Stress mit seinen Eltern hat und nichts wie wegwill. Inspiriert durch ein altes Buch, wagt die kleine Elena die Reise in die „Anderswelt“.

In der Sonnwendnacht, der kürzesten Nacht des Jahres, kommt sie in einen Buchenwald, in dem sie bis zum Morgengrauen ein Wechselbad der Gefühle erlebt: Zwischen Angst und Erschrecken und Trost und Freude. Sie trifft den Feuerdrachen Dragsil, einen gutmütigen alten Kämpfer ebenso wie seinen Widersacher, den unheimlichen Seelenfänger. Sie wundert sich über die vielen Glühwürmchen, die in der wirklichen Welt der magischen Nacht natürlich kleine Elfen mit winzigen Laternchen sind. Sie lacht über die etwas depperten Trolle, die alles können außer vernünftig sein. Wie niedliche Nymphen es raushaben, den Männern den Kopf verdrehen, aber trotzdem für diese unerreichbar bleiben, lernt sie gleich mit dazu.

Aber vor allem erfährt sie nach den vielen Kämpfen zwischen Drachen, Seelenfänger und den Heerscharen von Soldaten eine besondere Kostbarkeit: den Sieg des Guten über das Böse. Aber es bleibt noch eine dunkle Gestalt, die allgegenwärtig ist: der Gevatter Tod. „Du musst ihn nicht fürchten, du kleine Blüte. Er begleitet uns auf die Reise. Aus allem, was stirbt, wird neues Leben“, sagt der weise Drache Dragsil zur kleinen Elena. Das ist sehr berührend.

Elena ist der Name des ersten Kindes von Willi Lettmair und seiner Frau Caroline. Das Mädchen starb im Frühling 1993 während der Geburt. „Die Geschichte aufzuschreiben, hat mir aus meiner Depression herausgeholfen“, sagt der Karlsfelder Lettmair. Damit aus einer anfangs kleinen Geschichte ein spannendes Hörspiel werden konnte, fand Lettmair „fantastische“ Unterstützung bei Thomas Brösdorf, einem Tontechniker aus Feldmoching. Er schafft Effekte so, dass man das Schlachtgetümmel ebenso vor Augen beziehungsweise in den Ohren hat wie das fröhliche Fest zum Schluss.

An diesem Abend begeistert der Profi-Sprecher Christian Reimer sein Publikum. Er gibt der anfangs ängstlichen Elena ebenso seine zittrige wie dem Drachen seine gewaltige Stimme, mit so tiefen Lagen, wie man sie kaum für möglich hält. Die Trolle sind bei ihm kratzig-patzig und die Elfen heiter-sanft. Die Lieder hat Willi Lettmair selber komponiert, er ist Musiker bei „Obdazda“, einer Mundart-Rockband. Die Geige spielt auf der CD Anna Zöbeley, und seine Tochter Sophie singt einige Lieder.

Das Hörspiel für Kinder ab etwa 10 Jahren, Jugendliche und natürlich Erwachsene, die Spaß an Fantasie haben, kann man als Doppel-CD in der Buchhandlung Blätterwerk kaufen. Sie hat das Zeug zum „Familien-Hörfest“.

Elfriede Peil

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