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Akuter Grenz-Fall: In der Stadt München gibt es Bestrebungen, am Karlsfelder Bahnhof ein Parkhaus mit bis zu 300 Stellplätzen zu errichten. 

Vierstöckiger Bau direkt am Bahnhof: Bürgermeister Kolbe kündigt Widerstand an

Entsetzen im Karlsfelder Gemeinderat über Münchner Parkhaus-Pläne

Das klingt nach Streit unter Nachbarn: In der Landeshauptstadt München reifen Überlegungen, am Karlsfelder Bahnhof ein möglichst großes Parkhaus mit bis zu 300 Stellplätzen zu bauen. Reaktion von Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU): „Ich bin entsetzt!“

Nicht nur, dass ein Parkhaus die ohnehin mitunter chaotische Verkehrssituation auf der Westseite des Karlsfelder Bahnhofs zusätzlich verschlimmern würde. Auch die Tatsache, dass es in München schon erste muntere Untersuchungen zur Realisierung eines solchen Projekts gegeben hat, ohne die Nachbargemeinde Karlsfeld zu informieren, stößt Kolbe sauer auf.

Der Bürgermeister machte am Donnerstagabend im Gemeinderat klar, dass die Gemeinde Karlsfeld Widerstand leisten wird. Kolbe: „Da werden wir uns auf die Hinterbeine stellen!“

Kolbe kann sich dabei der fraktionsübergreifenden Unterstützung des Gemeinderats sicher sein. Ein Parkhaus will dort niemand. Vor einigen Monaten hatte das Unternehmen Erlbau den Bau eines Parkhauses an der Bayernwerkstraße vorgeschlagen, nur ein paar 100 Meter weiter nördlich – und sich eine mehr als deutliche Absage aus Karlsfeld eingefangen.

Und jetzt das. Wie der Münchner Wochenanzeiger berichtete, hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung dem Bezirksausschuss Allach-Untermenzing mitgeteilt, dass der Bau eines Parkhauses auf den Flächen des Park-und-Ride-Parkplatzes am Karlsfelder Bahnhof möglich ist. Der Bezirksausschuss habe nach einem Antrag seiner Vorsitzenden Heike Kainz (CSU) Planung und Realisierung des Projekts gefordert.

Die Park-und-Ride-Anlage wurde 1998 errichtet, sie grenzt unmittelbar ans Karlsfelder Gemeindegebiet an. Die Flächen gehören der Deutschen Bahn. Eine Einbeziehung von Flächen der Gemeinde Karlsfeld sei nicht erforderlich, heißt es im Artikel des Wochenanzeigers.

Im Auftrag der Gemeinde Karlsfeld untersucht das Fachbüro Gevas die Verkehrssituation westlich der Bahn fortlaufend. Vor allem Pendler sorgen dort morgens für mitunter chaotische Zustände. Neuralgischer Punkt ist die Ampel an der Einmündung der Eversbuschstraße in die Otto-Warburg-Straße. Rückstaus bis zur Dr.-Johann-Heitzer-Straße sind alltäglich. Gevas hat schon verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen.

Nicht nur die Münchner Parkhaus-Pläne lösen in Karlsfeld Besorgnis aus. Da ist auch noch die Hirmerei, das 2,4 Hektar große Baugebiet, das unmittelbar südlich der Park-und-Ride-Anlage zwischen Otto-Warburg-Straße und Bahnlinie entstehen soll. Kolbe zum Informationsfluss aus München: „Da erfahren wir auch nix!“ Thomas Leichsenring

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