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Nach einem Sturm vor kurzem rückte die Feuerwehr Karlsfeld zurecht aus. Von den 105 Brand-Alarmierungen waren 60 Fehleinsätze  

Gemeinderat Karlsfeld

Feuerwehr Karlsfeld: Drei Fehlalarme an einem Sonntag

Die Feuerwehr Karlsfeld ist im vergangenen Jahr zu 105 Brandeinsätzen ausgerückt. Allerdings waren 60 davon Fehlalarme. Daher soll nun die Kostenpauschale angehoben werden.

KarlsfeldÜber 60 Fehlalarme 2018 sind nach den Worten von Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) für die Feuerwehr-Dienstleistenden äußerst demotivierend. Die Gemeinde will nun mit deutlich höheren Pauschalen einen Anreiz dafür setzen, dass die Verursacher ihre Rauch- und Brandmelder besser warten. Der Hauptausschuss diskutierte darüber am Dienstag.

Bislang wurden laut Gemeinde-Geschäftsleiter Francesco Cataldo 400 Euro für den ersten Fehlalarm und 600 für jeden weiteren fällig. Er schlug für die Zukunft 600 Euro Minimum vor. Die Feuerwehr rückte laut Feuerwehr-Vereins-Kassier Stefan Theil (CSU) bei jedem der 105 Brandeinsätze im vergangenen Jahr jeweils mit einem ganzen Zug aus. Aufgrund des hohen Aufwandes von über 1000 Euro für jeden dieser Einsätze werden im Fall von Fehlalarmen Mieter sowie Wohnungs- oder Firmeninhaber zur Kasse gebeten, wie Cataldo sagte. Bei tatsächlichen Brandeinsätzen trägt die Gemeinde die Kosten. „Es macht keinen Spaß, wenn Sie am Sonntag zum dritten Fehlalarm rausfahren“, ärgerte sich Theil.

Privatpersonen seien allerdings nur in rund fünf Prozent dieser Fälle die Verursacher. 95 Prozent der Fehlalarme gingen auf das Konto schlecht gewarteter Rauch- und Brandmeldeanlagen in Unternehmen und anderen großen Einheiten. Theil schlug sogar 800 oder 700 Euro und nach zwei Jahren eine weitere Anhebung vor.

„Vielfach-Auslöser“ wollte Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) mit 800 Euro stärker belasten. Dem pflichtete SPD-Sprecherin Venera Sansone für Mehrfachfehlalarme durchaus zu. Doch bei privaten Verursachern habe sie da „Bauschmerzen“. Auch bei ihr sei schon einmal ein Rauchmelder plötzlich losgegangen. Francesco Cataldo hielt ihr entgegen: „Der Aufwand für Wohnhäuser und Firmen ist gleich hoch.“ Aber auch Anton Flügel (FW) kritisierte, dadurch seien Privathaushalte deutlich schlechter gestellt als Firmen.

Bürgermeister Kolbe wies darauf hin, dass die vorliegende Mustersatzung „gerichtsfest“ sei. „Die Kosten fürs Ausrücken der Feuerwehr sind einfach da.“ Doch Flügel ließ nicht locker: „Man kann nicht Privathaushalte mit Firmen vergleichen.“

„Wenn bei Abwesenheit des Wohnungsinhabers der Rauchmelder auslöst und der Nachbar die Feuerwehr holt, wer zahlt bei einem Fehlalarm?“ Diese Frage stellte Günter Meikis (SPD). Da habe der Nachbar nichts zu befürchten, stellte Kolbe klar.

Holger Linde (CSU) regte an, zwischen Rauch- und Brandmeldeeinrichtungen zu unterscheiden. Die Begriffe „Vorsatz“ und „Fahrlässigkeit“ hätte zweiter Bürgermeister Stefan Handl (CSU) gerne aus der Satzung gestrichen, wenn keine Prüfung stattfinde. Er wollte nur die 600 oder 800 Euro für Fehlalarme in der Satzung stehen haben. Doch Heim widersprach: Das müsse unbedingt drinbleiben, denn es gebe Fälle, wo sich Leute mit einem angeblichen Brandalarm nur einen Jux machen wollten. Die offenen Fragen will Kolbe nun bis zur Gemeinderatssitzung in der kommenden Woche klären und dann über die Satzung abstimmen lassen.

Für die Atemschutzübungsstrecke der Karlsfelder Feuerwehr wurden bisher für auswärtige Feuerwehren oder das Technische Hilfswerk (THW) 70 Euro pro zweistündiger Übung berechnet. Laut einstimmigem Beschluss des Hauptausschusses sollen zukünftig für die „anderen“ 34 Euro pro Mann/Frau und zweistündiger Übung auf der Rechnung stehen.

R.-Dietmar Sponder

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