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Seine Idee: Franz Mihatsch baute einen MAN-Bus zu einer mobilen Sanitätsstation um.

Verdienter Karlsfelder gestorben: BRK trauert um Franz Mihatsch

Franz Mihatsch ist tot. Der jahrzehntelange Vorsitzende der BRK-Ortsgruppe Karlsfeld hat am vergangenen Dienstag seine Augen für immer geschlossen. Hinter ihm lag ein bewegtes und arbeitsreiches Leben.

Karlsfeld – Das Karlsfelder Rotkreuz-Urgestein Franz Mihatsch ist am vergangenen Dienstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Er folgt damit seiner erst im April verstorbenen Frau Susanne nach. Sein besonderes Engagement galt der BRK-Ortsgruppe Karlsfeld, an deren Gründung er 1952 mitwirkte. Im Jahr 2003 wurde er für sein Engagement mit der Karlsfelder Bürgermedaille ausgezeichnet.

„Er war immer für den Verein da und sorgte dafür, dass wir eine eigenständige Einheit im Kreisverband blieben“, erinnert sich sein langjähriger Freund und Weggefährte Peter Gerlach an ihn zurück. In seiner gebrochenen Stimme schwingt tiefe Trauer mit.

Der Verstorbene führte ein bewegtes Leben. Mitten in den Wirren der Zwischenkriegszeit wurde er in Trübenwasser im Sudetenland als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Als sein Vater verstarb, war er gerade einmal vier Jahre alt. Nur drei Jahre später schloss auch seine Mutter ihre Augen für immer. Der Großvater und eine Tante nahmen ihn und seinen Bruder in ihre Obhut. Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei, im Jahre 1946, kam er über das Lager nach Rotenburg an der Fulda.

Dort erlernte Franz Mihatsch nach dem Schulabschluss den Beruf des Kfz-Schlossers. Über eine Suchaktion des Roten Kreuzes fand er seinen Onkel Ernst, der sich in Karlsfeld niedergelassen hatte. Daraufhin übersiedelte 1951 auch er nach Bayern, wo er bei BMW und später bei MAN eine Arbeit fand. Ein Jahr später zog er mit dem Onkel in das in Karlsfeld erbaute Haus und wurde Mitglied des BRK. 1958 heiratete er seine Frau Susanne, und im gleichen Jahr wurde Sohn Ernst-Christian geboren.

1962 übernahm Franz Mihatsch die Leitung der BRK-Ortsgruppe. Nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte, musste er der 1973 den Vorsitz abgeben, übernahm das Amt aber von 1985 bis 1997 erneut. 1983 baute er unter Einsatz vieler freiwilliger Arbeitsstunden und mit vielen Helfern einen MAN-Versuchsbus zu einer mobilen Sanitäts- und Wachstation aus, der sogar bei der Flutkatastrophe in Dresden/Pirna 2002 zum Einsatz kam. Zu diesem Bus weiß Peter Gerlach auch eine Anekdote zu erzählen: „Das Rote Kreuz Karlsfeld hatte jahrelang ein Mitbenutzungsrecht im alten Feuerwehrhaus. Als dann der Bus kam, mussten wir feststellen, dass die Garage zu kurz dafür war. Der Franz marschierte zur Gemeinde und verlangte eine Verlängerung. Bei solchen Dingen konnte er sehr ungeduldig und hartnäckig sein. Und siehe da, der Bauhof sorgte für den Umbau.“

Im Jahr 2011 wurde Franz Mihatsch für 60 Jahre ehrenamtliche Mitgliedschaft beim BRK vom Deutschen Roten Kreuz mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. „Er war ein wirklicher Vorkämpfer“, sagt Peter Gerlach nachdenklich.

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