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Der Kindergarten „Wiesenkinder“ bekommt einen Nachbarn: Im kommenden Jahr sollen in einem Containerbau nebenan Hortkinder untergebracht werden. 

Containerbau für acht Hortgruppen

Das nächste Millionenprojekt

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in Karlsfeld übersteigt alle Prognosen. Deshalb ist die Gemeinde gezwungen erneut schnell zu reagieren. Sie errichtet an der Allacher Straße ein Provisorium für Hortkinder – das nächste Millionenprojekt.

Karlsfeld – Die Gemeinde Karlsfeld kann die enorme Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen nur noch mit Provisorien bedienen. Der Gemeinderat beschloss am Dienstagabend einstimmig den Bau einer Containeranlage an der Allacher Straße. Direkt neben dem Kindergarten „Wiesenkinder“ – ebenfalls eine Containeranlage – entsteht ein zweigeschossiger Bau, der acht Hortgruppen Platz bieten wird. Der neue Hort soll zum Schuljahresbeginn 2018/19 in Betrieb gehen.

Karlsfeld stampft Betreuungsplätze geradewegs aus dem Boden. Ende 2013 wurde das Kinderhaus an der Sesamstraße eingeweiht, am Lärchenweg entsteht derzeit ein weiteres Kinderhaus. Gewissermaßen nebenher verwirklichte die Gemeinde Karlsfeld kurzfristig Projekte, um der Nachfrage Herr zu werden – und gab dafür Millionen aus. Über 2,3 Millionen Euro kostetet die im Juli 2015 eröffnete Kindertagesstätte „Wiesenkinder“, wo über 120 Krippen, Kindergarten- und Hortkinder betreut werden. Zum 1. Dezember 2016 ging an der Röntgenstraße das Kinderhaus „Schatzinsel“ in Betrieb. Die Gemeinde kaufte kurz entschlossen das Gebäude, in dem davor die Elisabeth- Bamberger-Schule untergebracht war. Für den Erwerb des Gebäudes und den Umbau zum Kinderhaus gab Karlsfeld rund 5,8 Millionen Euro aus.

Die neue Containeranlage für die acht Hortgruppen an der Allacher Straße wird nach Angaben des Bauamts 2,8 bis 3 Millionen Euro kosten. Die Gemeinde hofft auf staatliche Zuschüsse. Ob es welche gibt und wie hoch diese Zuschüsse ausfallen würden, steht noch nicht fest.

Die Kinderbetreuung ist für Karlsfeld ohnehin eine teure Angelegenheit. Im Jahr 2017 lag das Defizit allein im laufenden Betrieb bei knapp 6,2 Millionen Euro.

Im Karlsfelder Rathaus geht man davon aus, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Derzeit sind sieben Hortgruppen in Betrieb, zum Schuljahr 2020/21 dürften es doppelt so viele sein. Denn Karlsfeld wächst und wächst, zudem nehmen immer mehr Eltern Kinderbetreuungsangebote in Anspruch. Bei den Hortplätzen geht die Gemeinde von einer Betreuungsquote von 65 Prozent aus. „Und das wird sich weiter nach oben entwickeln“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe am Dienstag in der Gemeinderatssitzung.

Mit dem Hort-Provisorium werde man sich „für fünf Jahre Luft“ verschaffen“, sagte Kolbe. Voraussetzung: Es findet sich Personal. Denn der Markt an Fachpersonal für die Kinderbetreuung ist leer gefegt.

Dank der Hilfe eines Fördervereins, der die Mittagsbetreuung in der Verbandsgrundschule München-Karlsfeld organisiert, können alle Hortkinder im laufenden Schuljahr betreut werden. Der Verein erklärte sich bereit, für die Hortkinder, die auf der Warteliste standen, eine verlängerte Mittagsbetreuung einzurichten.

Die Mittagsbetreuung findet aktuell in einem Pavillon auf dem Gelände der Verbandsgrundschule statt. Doch dieser muss abgerissen werden, wenn die Schule neu gebaut wird. Das bedeutet, dass die Mittagsbetreuung mit dem Schuljahresstart 2018/19 ohne Heimstaat ist. Deshalb wird sie zunächst im neuen Hortprovisorium mit unterkommen. tol

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