Mehr Überwachung

Karlsfeld forciert die Falschparker-Jagd

Absolutes Halteverbot – für viele Autofahrer allenfalls so etwas wie eine Empfehlung. Um das Problem mit den Falschparkern einigermaßen in den Griff zu bekommen, will die Gemeinde Karlsfeld die Anzahl der Überwachungsstunden verdoppeln. Mehr Stunden, mehr Knöllchen.

Karlsfeld – In der Gemeinde Karlsfeld ist die kommunale Verkehrsüberwachung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut worden. Im Jahr 2004 machten sich die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung im Monat 30 Stunden auf die Suche nach Falschparkern, dann waren es 40 Stunden und seit April 2016 sind es 80 Stunden. 3896 Verstöße wurden in den zwölf Monaten von April 2016 bis April 2017 aktenkundig, teilte der für den Verkehr zuständige Rathausmitarbeiter Günther Rustler am Mittwochabend dem Bauausschuss des Gemeinderats mit. „Und es wäre noch Bedarf da!“

Eine Einschätzung, die CSU-Gemeinderat und Verkehrsreferent Johann Willibald auch ohne Zahlenmaterial bestätigten konnte: „Wir haben noch Straßenzüge, die gar nicht überwacht werden können. Die Leute parken dort ungeniert direkt unter dem Halteverbotsschild.“

Parkverstöße gibt es so ziemlich in der ganzen Gemeinde, wenngleich es Schwerpunktbereiche gibt wie etwa die Rathausstraße. Und sie sind weit mehr als nur ein Ärgernis, wie Franz Trinkl (SPD) betonte: „Von Falschparkern geht auch Gefahr aus!“

Bürgermeister Stefan Kolbe schlug vor, die Überwachungsstunden „auf 120 zu erhöhen oder sogar zu verdoppeln“. Und trat damit offne Türen bei den Gemeinderäten ein. Jetzt soll geprüft werden, wie eine Ausweitung der Parkraumüberwachung auf 160 Stunden pro Monat umgesetzt werden kann.

Die Schicht für die Einsatzkraft der Verkehrsüberwachung dauert vier Stunden. Die Kraft ist zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs. Wie Rustler mitteilte, wird an sieben Tagen der Woche von 6 bis 20 Uhr kontrolliert. Wer sich über Falschparker ärgert, solle sich im Rathaus melden. Man nehme „Bestellungen“ durchaus entgegen.

Ein Geschäft ist die Verteilung der Knöllchen für die Gemeinde übrigens nicht. Laut Rustler halten sich Einnahmen und Ausgaben seit Jahren in etwa die Waage.

Wer erwischt wird, bekommt einen Strafzettel hinter den Scheibenwischer geklemmt. Mit 10 bis 15 Euro ist ein „Ersttäter“ dabei, je nach Vergehen. Bei Autofahrern, die offenkundig wissentlich regelmäßig an derselben Stelle falsch parken, darf die Überwachungskraft das Verwarnungsgeld verdoppeln. Und wer partout nicht zahlen will, kann im Extremfall sogar im Gefängnis landen. Rustler: „Ich hab mich erkundigt, das geht bis zur Erzwingungshaft.“ tol

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