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Gemeinderat Karlsfeld lehnt neue Erl-Planung ab

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Blick von oben auf Brache
Ein trostloser Anblick. Die brachliegende Fläche zwischen Betreutem Wohnen und Karlsfelder Bahnhof. © Norbert Habschied

Der Gemeinderat Karlsfeld hat auch die neuen Pläne des Investors Erlbau zur Bebauung des seit Jahren brachliegenden Areals auf der Bahnhof-Westseite abgelehnt.

Karlsfeld – Der Stillstand im Prinzenpark West setzt sich fort. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der Karlsfelder Gemeinderat eine neue Planung des Investors Erlbau, wie das seit Jahren brachliegende Grundstück direkt neben dem Karlsfelder Bahnhof bebaut werden könnte, in nicht öffentlicher Sitzung abgelehnt. Dies hat Bürgermeister Stefan Kolbe gestern auf Anfrage bestätigt.

Das Ringen zwischen Gemeinde und Erlbau bleibt weiter ohne Ergebnis.

Im Jahr 2014 hat Erlbau das Grundstück an der Bayernwerkstraße von Eon gekauft. Das niederbayerische Immobilienunternehmen werde, so die Hoffnung in Karlsfeld, das Areal nach den Wünschen der Gemeinde entwickeln: mit Gewerbe und einem Supermarkt.

Als Erstes entstand allerdings – als Zugeständnis der Gemeinde wie es mehrfach in Gemeinderatssitzungen hieß – ein großer Riegelbau: das Betreute Wohnen, ein bevorzugtes Betätigungsfeld der Erlbau. Das war’s dann. Erlbau argumentierte, dass sich keine geeigneten Gewerbebetriebe finden ließen. Und Betreiber von Supermärkten würden nur hinziehen, wenn im Umfeld mehr Menschen leben.

Der Investor legte 2019 ein neues Konzept vor, das unter anderem weitere 180 Wohneinheiten auf dem Grundstück sowie ein Parkhaus und ein Pflegeheim vorsah. Der Gemeinderat lehnte ab – einstimmig. Vor allem das Parkhaus wollte der Gemeinderat keinesfalls, es ziehe nur noch mehr Pendlerverkehr auf die vor allem morgens ohnehin stark belastete Westseite des Bahnhofs. Auch mehr Wohnungen und daraus resultierende Investitionen in Infrastruktur waren nicht gewünscht. Die Grundausrichtung an diesem Standort sei von Anfang an Gewerbeansiedlung gewesen, vor allem wegen der dringend benötigten Gewerbesteuer, hieß es immer wieder aus dem Karlsfelder Rathaus.

Wie Kolbe bestätigte, sieht auch die jüngste Planung aus dem Hause Erl zwar den erwünschten Supermarkt, aber eben auch ein Pflegeheim und weitere Wohnbebauung vor. Der Gewerbeanteil würde sich stark verringern. Kolbe: „Das ist nicht das, was wir uns vorstellen, das Paket stimmt nicht.“ Die Vorschläge aus Deggendorf seien „lange diskutiert“ worden, im Vorfeld der Gemeinderatssitzung auch schon mit den Fraktionssprechern des Gemeinderats.

Dass partout nichts vorwärtsgehen will westlich der Bahn, nervt vor allem die Senioren, die im Betreuten Wohnen leben und sich so sehnlich einen Supermarkt in fußläufiger Entfernung wünschen. Von dort ist mit Reaktionen zu rechnen, wenn sich kein greifbares Ergebnis abzeichnet.

Die Erlbau Deggendorf GmbH & Co. KG. erklärte gestern Abend, dass ihr „zum jetzigen Zeitpunkt keine offizielle Aussage der Gemeinde“ vorliege. Auf die am Morgen schriftlich gestellten Fragen der Dachauer Nachrichten“ wolle man „nicht näher eingehen“. THOMAS LEICHSENRING

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