Genervte Gewinner

Karlsfeld - Gewinnbenachrichtungen von unbekannten Firmen, Einladungen zu Kaffeefahrten mit falschen Versprechungen - Post dieser Art ist in vielen Briefkästen keine Seltenheit. Die Geschichte von Walter Weissenbach in unserer gestrigen Ausgabe war für einige Leser ein Anlass, über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten - um andere Senioren zu warnen.

Es gibt Tage, an denen freut sich Hans-Dieter Mitschke nicht, wenn er den Postboten kommen sieht. „Zwei bis dreimal die Woche bekomme ich diese Briefe“, sagt er. Briefe, die er mittlerweile ungeöffnet direkt in den Müll schmeißt. Obwohl sie ihm hohe Geldgewinne oder teure Sachpreise versprechen - wenn er sich rechtzeitig meldet. Es sind Schreiben, die seriös aussehen, es aber nicht sind. „Meistens kommen sie von der Firma Schubert - Klein - Richter - Finanzdienstleistungen“, erzählt der Karlsfelder. Diese Firma gibt sich als Helfer für alle Geschädigten aus, die von dem Unternehmen Gewinn-Service um ihr versprochenes Geld gebracht wurden. Um das Restguthaben von 980,07 Euro zu erhalten, müsste Hans-Dieter Mitschke nun lediglich den Antwort-Coupon ausfüllen und an dem kostenlosen Rahmenprogramm mit Gratis-Frühstück teilnehmen. Zu dem Geld würde er dort eine Zusatzprämie erhalten, die die Finanzdienstleister für ihn „raushandeln“ konnten. Der Karlsfelder Rentner hat nicht einen Moment überlegt, ob er an so einer Fahrt teilnehmen soll - dennoch bekommt er regelmäßig neue Briefe, die vom Briefkasten direkt in den Mülleimer stopft.

Und er ist im Landkreis Dachau nicht der Einzige. Denn auch für Irmengard Baumgartner aus Schwabhausen hat sich die Firma Klein - Schubert - Richter „eingesetzt“. Die 82-Jährige könnte sich ebenfalls ihre 980,07 Euro Gewinn und eine Zusatzprämie abholen. Aber auch sie wurde skeptisch - und bat ihre Tochter um Rat. Ursula Baumgartner recherchierte im Internet. Dort finden sich viele Treffer für die ominösen Finanzdienstleister. Ausschließlich Warnungen, nicht an den verdeckten Kaffeefahrten teilzunehmen, bei denen der versprochene Gewinn sowieso nie ausgezahlt wird.

Irmengard Baumgartner macht mit den Briefen nun dasselbe wie Hans-Dieter Mitschke: Sie wirft sie direkt in den Müll. Trotzdem ist der Karlsfelder genervt und verärgert. „Ich würde zu gern wissen, woher die meine Adresse haben“, sagt er. Und er will andere Leute warnen. Senioren, die sich Hoffnungen auf das Geld machen und auf den Trick hereinfallen. „Ich bin überzeugt, dass ich nicht der einzige ,Gewinner‘ bin.“

(kwo)

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