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Bemerkenswertes Kunstwerk: Die Glasarche am Karlsfelder See bei ihrer Segnung.

Symbol für Bedürfnis nach Schutz

Glasarche am Karlsfelder See: Die Natur ist zerbrechlich

Symbolkräftiger hätte die Szenerie nicht sein können: Heftige Böen tosten am Karlsfelder See, und nichts war mehr so wie wenige Stunden vorher mit mildem Sonnenschein. Die illustre Gesellschaft von Politik, Kultur und Naturschutz aus dem Landkreis wurde heftig durchgepustet. Sie hatten einander vorher, nicht freudig mit Händeschütteln begrüßt, sondern nur zugenickt oder – neuestes Ritual – per Schuhkontakt angekickt. Die Gewalt der Natur und die aktuelle Gefährdung der Gesundheit waren unmittelbar spürbar.

Und doch wurde es ein tröstliches Ereignis: Die Übergabe der gläsernen Arche durch den Verein Dachauer Moos an ihren neuesten Standort. Als Leihgabe des Landschaftspflegevereins Mittleres Elstertal, vertreten durch Rainer Helms, steht dieses prächtige Kunstwerk nun vom 12. März bis zum 11. Mai an exponierter Stelle.

Allen, die vom Parkplatz kommen oder mit dem Rad um den See fahren oder spazieren gehen, fällt das Werk sofort ins Auge. Eine große Holzhand hält eine Arche, die aus unzähligen Glasplättchen zusammen gebaut ist. Geschaffen haben dieses Objekt die Künstler Christian Schmidt und Sergyi Dyschlevyy. Es ist die 3. Arche ihrer Art. Die erste entstand 2006 im Bayerischen Wald und machte auf die Gefährdung der Natur- und Glaskulturlandschaft dieser Region aufmerksam. Sie reiste an viele weitere schützenswerte Orte, insgesamt zehn Jahre lang.

Dass die „Glasarche 3“ nun hier im Landkreis „vor Anker geht“, empfand der Vorsitzende des Vereins Dachauer Moos, Bürgermeister Peter Felbermeier aus Haimhausen so: „Da können wir uns richtig freuen.“ Zumal jetzt der Landkreis in einer prominenten Reihe von 30 anderen Standorten wie Kattowitz, Leipzig und zuletzt Wien aufgestellt ist. „Es wird uns motivieren, uns weiter für das Dachauer Moos einzusetzen und etwa neue Biotope zu schaffen.“ Er betonte die Symbolkraft dieses Kunstwerkes: „Es zeigt uns, wie zerbrechlich die Natur ist und wie wir es in der Hand haben, für sie Verantwortung zu übernehmen.“

Auch Landrat Stefan Löwl fand die Glasarche „ein tolles Symbol“ für unser Bedürfnis nach Schutz „in diesen stürmischen Zeiten“. Die Menschen möchten sich geborgen fühlen, und je nach Glauben wünschen sie „die große Hand, die uns vor den Unbillen schützt. Gottvertrauen tut uns Politikern auch ganz gut.“

Und das konnten dann noch die beiden Vertreter der Kirche bekräftigen, die diese außergewöhnliche Aktion segneten. „Sie steht für die Bewahrung der Schöpfung“, so der katholische Pfarrer Bernhard Rümmler. Und sein evangelischer Kollege Roman Breitwieser stellte sie unter den Trost des Psalms 121: „Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht.“

Und der Sturm, der die Arche am ersten Tag ihres Lebens am Karlsfelder See begleitete, wird sich auch legen. Elfriede Peil

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