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Großaufgebot: Zahlreiche Retter und Feuerwehrmänner wurden alarmiert, als im Karlsfelder Curanum acht Senioren bewusstlos wurden.

Nach Großeinsatz im Pflegezentrum Curanum

Woran sind die Senioren erkrankt?

Was fehlt den acht Bewohnern des Karlsfelder Seniorenheims Curanum, die am Samstagvormittag in bewusstlosem Zustand in umliegende Kliniken eingeliefert werden mussten?

Karlsfeld – Der Schock für die Senioren und Mitarbeiter des Curanum in Karlsfeld am vergangenen Samstag war groß. Plötzlich standen einige Rettungsfahrzeuge vor dem Eingangsbereich des Pflegezentrums an der Allacher Straße und holten acht ihrer Mitbewohner ab (wir haben berichtet). Sie seien bewusstlos gewesen beziehungsweise hätten sich in einem Dämmerzustand befunden, meinte Dennis Behrendt, Leiter Rettungsdienst beim BRK. Die große Frage war – und ist es bis heute: Was fehlt den alten Menschen? Hatten Sie etwas Schlechtes zu sich genommen? Waren sie dehydriert? Oder ist die Ursache ihrer Erkrankung eine andere? „Es ist noch offen, was die Ursache war. Noch laufen die ärztlichen Untersuchungen“, so ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Jedenfalls sei die Kriminalpolizei mit der Angelegenheit befasst. Deren Ermittler sollen klären, ob es ein strafrechtlich relevantes Verhalten gab.

„Dass ältere Menschen aus dem Altenheim ins Krankenhaus gebracht werden müssen, kommt mehrmals an einem Tag vor“, sagt Behrendt. „Die kränksten Leute unserer Gesellschaft leben in Altenheimen. „Da ist bei den Ursachen für eine Einlieferung ins Krankenhaus alles vertreten.“

Fakt ist, dass die acht Senioren im Alter zwischen 65 und 93 Jahren gemeinsam in einem normalen Wohnbereich im 4. Stock des Curanums untergebracht sind. Den Spekulationen, dass sie dehydriert gewesen seien, tritt die Korian-Gruppe, deren Tochterunternehmen das Curanum ist, entgegen. Laut den so genannten „Trinkprotokollen“ im Curanum sei die Getränkeausgabe „korrekt“ erfolgt, so Korian-Pressesprecherin Daniela Jachmich. Und: Unter den erkrankten Personen befinden sich keine dementen Menschen. Auch an der Meldung, das Oktett hätte bei einem gemeinsamen Ausflug etwas Schlechtes gegessen oder getrunken, sei nichts dran. Laut Jachmich sei nur ein Erkrankter auf einem Ausflug gewesen.

Gestern befanden sich alle acht Senioren weiter in stationärer Behandlung. „Es besteht bei keinem akute Lebensgefahr“, so Jachmich. Die Notfallkette habe „reibungslos funktioniert“ und das Pflegepersonal sich „vorbildlich verhalten“. Dennoch: Dass die acht Senioren allesamt am Samstagvormittag bewusstlos wurden, muss einen triftigen Grund haben. Diesen müssen nun die Mediziner herausfinden – und wenn nötig die Polizei.

sr/zim

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