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Das Parken am Karlsfelder See wird ein gutes Stück teurer. 

Erhöhung am Karlsfelder See

Parkgebühren bringen Kolbe auf die Palme

Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die Besucher des Karlsfelder Sees: So wird etwa die Badesaison verlängert, und es wird mehr Grillzonen geben. Im Gegenzug wird das Parken teurer – was Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe im Kreisausschuss auf die Palme trieb.

Landkreis – Der Karlsfelder See ist eine „Erfolgsgeschichte sondergleichen“, sagte CSU-Fraktionschef Wolfgang Offenbeck in der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses. Doch dieser Erfolg hat seinen Preis: Immer mehr Besucher fahren mit immer mehr Autos zu dem Naherholungsgebiet. In lauen Nächten finden immer lautere Partys von einer steigenden Zahl an sich ungebührlich benehmenden Gästen statt. Und „gegrillt wird vogelwild“, so Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe.

Zuständig für Recht und Ordnung am See ist der Landkreis. Satte 230 000 Euro muss er jährlich für die Unterhaltskosten berappen. Die Einnahmen aus den Parkgebühren schlagen mit lediglich 50 000 Euro zu Buche. Weil diese Diskrepanz verkleinert werden soll, die Parkgebühren seit 2002 nicht mehr erhöht wurden und überhaupt, weil die Benutzungs- und Gebührensatzung modernisiert gehöre, mussten die Kreistagsmitglieder sich mit einem entsprechenden Antrag der Verwaltung befassen.

Die wichtigsten Punkte der gewünschten Reform:

-Die Parkgebühren steigen von 2 auf 3 Euro für Autos sowie von 1,50 auf 2 Euro für Motorräder.

-Die Badesaison ist künftig von 1. Mai bis 30. September statt von 15. Mai bis 15. September.

-Die vorhandenen Grillplätzewerden deutlich vergrößert.

-Das Füttern von Tieren wird verboten.

-Modellflugzeuge und Drohnen dürfen nicht mehr über den See fliegen.

Die Kreisräte waren sich einig – bis auf den Punkt Parkgebühren. Die geplante Erhöhung sorgt bei Stefan Kolbe für erhöhten Blutdruck. „Ich sehe das außerordentlich kritisch. Viele parken im Außenbereich. Das führt im Umfeld zu sehr, sehr viel Ärger“, so der Karlsfelder Gemeindechef. Und wenn die Gebühren stiegen, dann würden noch mehr Seebesucher sich einen Parkplatz in den angrenzen Straßen suchen. Kolbe sprach von einer „Katastrophe“.

Andere wie Landrat Stefan Löwl (CSU) hingegen finden die Anpassung „angemessen“. Wie seine Beamten im Antrag festhielten, koste vor allem das Zurechtstutzen der „riesigen Baum- und Strauchbestände“ sehr viel Geld. Gerhard Weber, Abteilungsleiter für zentrale Angelegenheiten im Landratsamt, ist sich zudem sicher, dass es „Leute gibt, die nicht auf den Parkplatz fahren, selbst wenn es nur ein Fuffzgerl kostet“.

Debattiert wurde im Ausschuss noch, wie der Landkreis gegen sich ungebührlich benehmende, vogelwild grillende Partygäste vorgehen soll. Dazu muss man wissen, dass ein privater Sicherheitsdienst für die Ordnung am See zuständig ist. Doch der könne nur Hinweise geben, so Löwl. Für stärkere Maßnahmen brauche es die Polizei. Daher stellte der Landrat die Fragen: „Brauchen wir mehr Sicherheitsdienst? Wollen wir mehr Polizei?“ Beides wollen die Kreisräte nicht. Daher wird es zunächst einmal keine Verschärfung der Kontrollen am Karlsfelder See geben.

Am Ende beschloss der Kreisausschuss die beantragten Änderungen bei der Benutzungs- und Gebührensatzung. Lediglich beim Punkt Parkgebühren votierte die CSU-Fraktion mit Stefan Kolbe, Wolfgang Offenbeck, Simon Landmann und Rosmarie Böswirth dagegen. Die endgültige Entscheidung obliegt nun dem Kreistag.

Am Karlsfelder See treffen stets Party suchende Menschen auf Erholung suchende Menschen. Unter diesem Gesichtspunkt machte der Karlsfelder Gemeinderat Wolfgang Offenbeck einen Vorschlag. „Vielleicht“, so meinte er, „können wir rund um den See neue Flächen für die Naherholung finden.“ Gelingt dies, so könnte ein neues Kapitel an der Erfolgsgeschichte Karlsfelder See geschrieben werden – trotz aller vorhandenen Probleme.

Thomas Zimmerly

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