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„Etwas, das ausbricht!“ Anita Neuhaus mit ihrer asymmetrischen Schale. 

Karlsfeld

„Ich habe da meine eigenen Vorstellungen“

Künstler haben aktuell mit geschlossenen Galerien zu kämpfen. Davon betroffen ist auch der Karlsfelder Kunstkreis, der derzeit 20 Mitglieder zählt. Damit die Kunst nicht in Vergessenheit gerät, stellen die Dachauer Nachrichten einige dieser Mitglieder in loser Reihenfolge vor. Heute: Anita Neuhaus.

Sie ist einer der fünf noch lebenden Gründungsmitglieder des Karlsfelder Kunstkreises. Die heute 81-Jährige kann sich noch genau an den Freitag, den 13., im Jahr 1977 erinnern, als ein Dutzend Kunstinteressierte den Verein aus der Taufen hob.

Schon vorher hatte sich Anita Neuhaus kreativ ausprobiert. „Ich habe schon als Kind gemalt, meine Mutter wollte das nicht, also habe ich es heimlich gemacht“, erzählt Anita Neuhaus. Sie töpfert zudem sehr gern, weil sie aber keinen eigenen Brennofen besitzt, besucht sie dafür Kurse – hält sich dann allerdings nicht immer an die Vorgaben des Kursleiters. „Ich habe da meine eigenen Vorstellungen“, sagt die Karlsfelderin.

Früher malte sie viele Aquarelle von Landschaften, heute traut sie sich auch an Acrylfarben und an abstrakte Kunst. Ihr Haus ist voll mit Kunst, aber ihre eigenen Werke sucht man vergeblich. „Ich sehe mich als Hobbykünstlerin, und alles, was ich nicht verkaufe, verschenken ich“, sagt die langjährige Hortleiterin und ergänzt: „Während ich an etwas arbeite, bin ich dem Werk am nächsten. Dann habe ich eine Beziehung dazu. Sobald es fertig ist und in eine Ausstellung geht, kann ich loslassen.“ Nur wenige Dinge wie eine Vase, die an eine weiße Papiertüte erinnert, und einen Hundenapf hat Anita Neuhaus behalten.

So hat sie für den Termin mit ihrer Heimatzeitung einige Aquarelle und Tonobjekte gewissermaßen zurückgeliehen – genauso wie ihre asymmetrische Schale, die sie präsentiert. „Ich wollte keine normale Schale machen, eher etwas, das ausbricht“, erzählt sie zur Form und sagt weiter zur Farbe: „mit diesem Grün habe ich früher viele Werke lasiert, es hat mir sehr gut gefallen.“ Miriam Kohr

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