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Sympathisch, authentisch, bodenständig: Ilse Aigner während ihrer Rede beim Karlsfelder CSU-Neujahrsempfang.

Ilse Aigner beim Karlsfelder CSU-Neujahrsempfang

Ein Appell gegen die Selbstverständlichkeit

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Hoher Besuch in Karlsfeld: Der CSU-Ortsverband hat Landtagspräsidentin Ilse Aigner zu ihrem alljährlichen Neujahrsempfang geladen. Sie äußerte Kritik und appellierte an ihre Parteikollegen.

VON LEYLA YILDIZ

Karlsfeld – „Sie ist eine Frau, die politisch schon so viel erreicht hat. Sie ist sympathisch, authentisch und bodenständig“, sagte der Karlsfelder CSU-Ortsvorsitzende Christian Bieberle über Ilse Aigner. Die bayerische Landtagspräsidentin ist seiner Einladung gefolgt und sprach am Sonntag beim alljährlichen Neujahrsempfang vor ihren Parteikollegen im Bürgerhaus Karlsfeld.

Ruhig und besonnen wirkte sie auf der Bühne und sie scheute sich nicht, Missstände und Probleme anzusprechen. „Es hat sich einiges verändert. Die Radikalität nimmt zu und der Ton wird rauer“, sagte Aigner. In Deutschland würden zwar besonders stabile Strukturen bestehen, aber ein Blick in die weite Welt zeige, dass es auch anders sein kann. „Wir haben Kriege und Krisen auf der Welt“, sagte Ilse Aigner. Diese stabilen Strukturen bei uns seien deshalb nicht selbstverständlich.

In Aigners Augen sieht man in Deutschland auch viele andere Gegebenheiten als selbstverständlich an, die man aber nicht als solche ansehen dürfte. Freiheit und Sicherheit – die Grundlagen einer Demokratie. Diese habe zwar auch ihre Fehler, dennoch sei sie besser als jede andere Staatsform. Als Beispiel nannte die Christsoziale die Diktatur. „Dort gibt es keine Meinungsfreiheit und keine Pressefreiheit. In Europa geht es uns damit besser“, sagte Ilse Aigner.

Dennoch würden Probleme oft zu Notständen aufgebauscht werden. „Wir haben Probleme, aber keine Notstände. Schauen Sie nach Australien, das ist ein Notstand“, machte sie klar.

Deshalb plädiere sie dafür, wieder ein bisschen Maß und Mitte einzuführen. „Ich respektiere es sehr stark, dass junge Menschen sich für die Zukunft einsetzen, aber was ich nicht respektiere, ist, dass Generationen gegeneinander aufgehetzt werden und das Lieder getextet werden, bei der eine Oma als Umweltsau bezeichnet wird“, sagte Aigner.

Trotzdem ist der Landtagspräsidentin die Natur und deren Erhaltung genauso wichtig. „Dazu kann jeder seinen Beitrag leisten“, sagte sie. Um das zu verdeutlichen verglich sie den CO2- Ausstoß einer E-Mail und einer Plastiktüte. „Eine E-Mail ohne Anhang produziert genauso viel CO2 wie eine Plastiktüte“, sagte die Politikerin. „Wie viele Mails verschicken Sie pro Tag?“ Dennoch sollten in Sachen Artenschutz und Naturschutz keine Schuldzuweisungen akzeptiert werden, vor allem keine einseitigen. „Das lasse ich nicht zu“, betonte Aigner.

Ebenfalls nicht akzeptieren möchte sie jede Art von Beschimpfung und Beleidigung. sei es auf der Straße oder in den sozialen Medien. Eine Beleidigung ist eine Beleidigung, egal wo sie stattfinde. „Ich rufe alle dazu auf, das nicht zu akzeptieren“, plädierte sie.

Aber auch der zunehmende Rechtsruck in der Gesellschaft macht ihr Sorgen. „Es macht mich betroffen, dass es in Deutschland wieder in Richtung Antisemitismus geht. Ich sage: Nie wieder!“ Deshalb appellierte sie an alle Anwesenden: „Jeder kann sich einbringen, indem er von seinem Wahlrecht gebraucht macht.“

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