Förderverein Seniorenvilla

Ziel erreicht oder Ziel verfehlt?

Karlsfeld – Seit 14 Jahren tritt der Förderverein Seniorenvilla dafür ein, dass in Karlsfeld bezahlbare Wohnmöglichkeiten für Senioren mit geringem Einkommen geschaffen werden – seit 14 Jahren mit Karin Boger an der Spitze. Am Montagabend wurde die frühere Gemeinderätin abermals als Vorsitzende bestätigt – und stellte zuvor in ihrer Rede fest: „Die Seniorenvilla wird es in der ursprünglich gedachten Form nicht geben.“

Ob dies als Niederlage zu werten sei, wurde von den Vereinsmitgliedern heftig und kontrovers diskutiert. Die Seniorenvilla mit 30 Wohnungen wird zwar nicht gebaut, dafür aber tut sich in Karlsfeld einiges im sozialen Wohnungsbau, wovon auch Senioren profitieren. Auf dem ursprünglich für die Seniorenvilla vorgesehenen Grundstück am Heizkraftwerk werden 80 Sozialwohnungen entstehen, 16 davon sind betreute Wohnungen für Senioren. Boger positionierte sich in der Versammlung klar: Der Verein solle dankbar für diese Entwicklung sein.

Vergleichsweise günstiger Wohnraum entsteht auch an der Bayernwerkstraße. Dort baut die Gemeinde gemeinsam mit der Maro-Genossenschaft 19 Wohnungen. „Diesen Kontakt zwischen der Maro und der Gemeinde haben wir hergestellt“, betonte Karin Boger.

Wie soll es weitergehen mit dem Förderverein Seniorenvilla, wenn man sich vom Projekt Seniorenvilla nach 14 arbeitsreichen Jahren voller „Hoffnungen und Enttäuschungen“ (Boger) verabschieden muss? Einige Vorstandsmitglieder plädieren für eine Auflösung. Letztlich aber macht die Mannschaft um Karin Boger noch mal für zwei Jahre weiter. Boger hofft, dass sich in dieser Zeit ein neuer Vorstand mit jüngeren Mitgliedern findet, der den Umbau des Vereins in Angriff nimmt.

2003 begann das Engagement des Fördervereins. Grundsätzlich stieß das Projekt Seniorenvilla im Gemeinderat durchaus auf Wohlwollen. Umgesetzt wurde es nie – schon der ehemalige Bürgermeister Fritz Nustede verwies auf leere Kassen. Das aktuelle Bauvorhaben am Heizkraftwerk übersteige die grundsätzlichen Vorstellungen des Vereins, so Karin Boger. „Nur kommt es zehn Jahre zu spät.“ Dass es überhaupt kommen wird, liegt zweifelsohne auch am Förderverein Seniorenvilla. „Der Sinneswandel bei unseren Politikern bezüglich des Baus von Sozialwohnungen hängt ganz bestimmt auch mit unserem Engagement zusammen“, sagte Boger. „Wir waren recht unbeliebt, weil wir immer wieder den Finger in die Wunde legten.“  dn

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