+
Restmüll neben der Liegewiese: Seniorenbeirat Günter Krebs ärgert sich über die zunehmende Vermüllung des Karlsfelder Sees.

Badegäste verärgert

Karlsfelder See: Jetzt stinkt‘s auch noch

Zum Müllproblem am Karlsfelder See ist jetzt auch noch ein Geruchsproblem gekommen: Unbekannte hatten die mobilen Dixi-Klos umgeworfen, Andere außerdem ihren Sperrmüll neben den Containern entsorgt. Der Karlsfelder Seniorenbeirat schlägt Alarm.

VON KATRIN RAGER

Karlsfeld – Es stinkt, die Liegewiese ist übersät mit Kippen und Gänsedreck, und dazu gibt es kaum noch eine Wand, die nicht beschmiert ist. Kurz: An manchen Tagen ähnelt der Karlsfelder See mehr einer Müllhalde als einem Erholungsgebiet.

Die neueste Form der Zerstörungswut: Ein paar Besucher fanden es offensichtlich witzig, Dixi-Klos umzuwerfen, die als Alternative zu den – vor einigen Wochen wegen Vandalismus – geschlossenen WC-Anlagen am Beachvolleyballplatz und am Biotop aufgestellt worden waren.

Die Folge: Die umgeworfenen Dixi-Klos stinken bestialisch. Und vor allem: Auf dem Gelände gibt es derzeit keine funktionierenden Toiletten. Laut Peter Selmeier, zuständiger Mitarbeiter für Gebäudemanagement im Landratsamt Dachau, werden die beschädigten stationären WC-Anlagen nämlich erst bis zur nächsten Badesaison „im Rahmen einer Generalsanierung des Erholungsflächenvereins wieder instand gesetzt“.

Die Badegäste sind entsprechend wütend, auf Facebook etwa schreibt einer: „Hoffentlich werden die Täter erwischt... dann bitte Kopf voraus in die Schüssel!“

Um die Vandalen zumindest ein wenig aufzuhalten schlägt Günter Krebs, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats Karlsfeld und Mitglied im Landkreis-Seniorenbeirat, eine Befestigung der Toilettenhäuschen im Boden vor, zum Beispiel mit Heringen.

Doch auch der zunehmenden Vermüllung müsse man wesentlich entschiedener Einhalt gebieten, wie er betont: „Man findet Sachen, die an einem See nichts zu tun haben, zum Beispiel einen Fernseher! Dieser Sperrmüll steht einfach so neben den Containern herum, weil viele Leute ihn hier kostenlos, aber vorschriftswidrig entsorgen.“ Ob man es glaube oder nicht: „Auch die Container stinken bestialisch“, klagt Krebs.

Und dann noch das leidige Thema Gänsedreck: Natürlich wolle er nicht, dass die Tiere getötet werden. Aber „ich möchte auch nicht barfuß herumlaufen und wissen, dass ich jederzeit in Kot treten könnte“! Durch den Regen zuletzt sei der Gänsedreck zudem von der Liegewiese in den See geschwemmt worden: „Dann muss ich auch noch inmitten von der Kacke schwimmen“, beschreibt Krebs mit deftigen Worten den aktuellen Zustand. Er hofft daher auf die Vernunft und die Unterstützung der Badegäste, „damit unser See wieder zu dem wird, was er mal war: ein sauberes und wunderschönes Erholungsgebiet“.

Vandalismus am Karlsfelder See: Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei unterstützt ihn dabei gern: Unter Telefon 0 81 31/56 10 können sich Zeugen melden, wenn sie Fälle von Vandalismus beobachten. Und auch das Landratsamt versucht zu helfen, wie Peter Selmeier beteuert. Allerdings würden die Zerstörungen an Toiletten, Bänken, Müllbehältern, Spielgeräten und Schildern immer weiter zunehmen, die Behörden kämen mit den Reparaturarbeiten schon fast nicht mehr hinterher. Seit einem Jahr soll daher der eigens engagierte Security-Dienst für Ordnung sorgen und bei Regelverstößen Bußgelder verteilen. Der „Knackpunkt“, wie Selmeier es nennt, sei schlicht „die Durchsetzung solcher Verbote“.! 

Bis dahin behilft sich Seniorenbeauftragter Krebs auf seine Weise – mit einer Teil-Kapitulation: „Ich gehe nur noch zum Baden an den See, springe einmal schnell ins Wasser und fahre dann wieder nach Hause.“ Länger will er sich nicht aufhalten an seinem eigentlich geliebten See, denn: „Ich möchte doch nicht in der zugemüllten Liegewiese liegen!“ " BAYERN & REGION

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

ITG-Schüler protestieren auf dem Pausenhof
Hunderttausende Menschen demonstrierten am Freitag weltweit fürs Klima, im australischen Alice Springs, in Berlin, München. Und am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau.
ITG-Schüler protestieren auf dem Pausenhof
Einbrecher stehlen Briefmarkensammlung im Wert von 5000 Euro
Reiche Beute haben Einbrecher in den frühen Freitagmorgenstunden gemacht.
Einbrecher stehlen Briefmarkensammlung im Wert von 5000 Euro
Neue Parkzone im Krankenhaus-Viertel
Dachau bekommt eine dritte kostenpflichtige Bewohnerparkzone. Ab Frühjahr können Anwohner, die rund ums Klinikum wohnen, einen Parkausweis beantragen. Alle anderen …
Neue Parkzone im Krankenhaus-Viertel
SPD-Genosse Otto Schmid stirbt mit 70 Jahren
„Er war ein glühender Sozialdemokrat und hat für die Werte der Sozialdemokratie gekämpft.“ So beschreibt der SPD-Ortsvorsitzende Manfred Kircher seinen Parteifreund Otto …
SPD-Genosse Otto Schmid stirbt mit 70 Jahren

Kommentare