Die Grundschule an der Krenmoosstraße wird zwei Ganztagszüge bekommen.
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Neue Schule, neuer Lehrplan: Die Grundschule an der Krenmoosstraße wird zwei Ganztagszüge bekommen.

KJR an der Karlsfelder Grundschule

In Karlsfeld gibt es bald Glücks-Unterricht

Unter dem Motto „Miteinander – Mitentscheiden – Mitgestalten“ startet ab dem Schuljahr 2021/2022 die Ganztagsgrundschule an der Krenmoosstraße in Karlsfeld. Möglich wird dies durch eine Kooperation aus Schule und Kreisjugendring.

Karlsfeld – Die geplante Ganztagsschule soll zweizügig werden. Außerdem übernimmt der Kreisjugendring (KJR) die Trägerschaft für eine verlängerte Mittags- und Spätbetreuung bis 17 Uhr und bietet in fast allen Schulferien für die Schüler der Ganztagsschule und der Mittagsbetreuung auch je einwöchige Ferienangebote an.

„Wir sind sehr erfreut, dass die Gemeinde Karlsfeld uns das Vertrauen schenkt und wir mit der Gemeinde und der Grundschule ein anspruchsvolles und ansprechendes Konzept umsetzen dürfen“, sagt KJR-Geschäftsführer Ludwig Gasteiger. Das Konzept sei im Rahmen des Modellprojekts Demokratische Schule entwickelt worden, das vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird und 2020 gestartet ist. Eine gute Ganztagsbildung mit festen pädagogischen Fachkräften bedeute aber auch für die Gemeinde einen finanziellen Mehraufwand.

Mit viel Beteiligung, Mitgestaltungsmöglichkeiten und neuen Fächern beginnt die Ganztagsschule ab September im neuen Schulgebäude an der Krenmoosstraße. In den gebundenen Ganztagsklassen sind die Kinder von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr beziehungsweise verlängert bis 17 Uhr in der Schule, und der Unterricht ist auf den Vor- und Nachmittag verteilt.

Eigener Lehrplan des Kreisjugendrings

„Heute hab ich Glück“, können die Grundschüler dann sagen: Der KJR hat für die Ganztagsbildung einen eigenen Lehrplan entwickelt, der von Ganztagspädagogen umgesetzt wird. Dabei wird zum Beispiel auf das von Ernst Fritz-Schubert entwickelte „Schulfach Glück“ zurückgegriffen.

Im „Schulfach Glück“ erleben die Kinder laut Gasteiger, „wie es sich anfühlt, wenn man sich aufeinander verlassen kann. Spielerisch, mit Bewegung, kreativen und musischen Elementen lernen sie, ihre Stärken zu schätzen und entwickeln so einen Zugang zu den eigenen Bedürfnissen, zu anderen Menschen und der Umwelt.“

Ein weiteres neues Schulfach an der Ganztagsgrundschule heißt „Demokratie leben“, wo die Schüler erfahren sollen, dass es Sinn, Freude und Mut macht, wenn man Verantwortung für sich und andere übernimmt. Gasteiger zufolge geht es dabei etwa „ums Aushandeln von Regeln, Entwickeln von Ideen und Projekten und das spielerische Erlernen der Kinderrechte“.

Im weiteren Projektfach „Zukunft“ sei dann Zeit und Platz für die konkrete Umsetzung von Ideen: Es wird getüftelt, gebastelt und gestaltet, Theater gespielt, Orte in der Gemeinde werden besucht, Gäste eingeladen. Die Grundschulkinder überlegen sich selbst, was ihnen wichtig ist und dann legen sie vielleicht eine Bienenwiese an oder backen für Senioren.

Die Mittags- und Ferienbetreuung der neuen Ganztagsgrundschule wurde „Villa Tausendsassa“ getauft. Sie soll im neuen, großzügigen Schulhaus eigene Räumlichkeiten bekommen. Die Mittagsbetreuung ist nach den Vorstellungen des KJR „ein Ort, an dem Schüler der Klassen eins bis vier von pädagogischen Fachkräften nach der Schule bis 16 oder 17 Uhr gut betreut werden“. Die „Villa Tausendsassa“ werde ein Ort für gemeinsames Spiel, zum Ausruhen, zum kreativ Sein und ein Ort, an dem das schulische Lernen gut begleitet wird. „Auch hier können Schüler viel mitentscheiden und in gemeinsamen Projekten ihre Umwelt mitgestalten“, verspricht Gasteiger.

Die Ferienwochen bieten jeweils für bis zu 30 Kinder der Ganztagsklassen und der Mittagsbetreuung spannende Aktionen und Workshops. Es wird für jede Ferienwoche eigene Schwerpunkte mit Zirkus, Natur, Forschungs- und Kinderkunstkursen geben. Dazu gibt es natürlich auch viel Zeit für freies Spielen, Lesen und Ausruhen.

mm

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