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Viele blaube Kärtchen: Planer Klaus Kehrbaum an einer der sieben Thementafeln.

Ludl-Grundstück in Karlsfeld wird überplant

Workshop der guten Ideen

Die Idee ist Jahrzehnte alt, jetzt soll sie umgesetzt werden: der Brückenschlag von der Gartenstraße über die Münchner Straße. Eine Schlüsselrolle kommt dem Ludl-Grundstück zu.

Karlsfeld – Was dort gebaut wird und hinkommt, sollen jedoch nicht allein der Gemeinderat und der Investor entscheiden. Alle Karlsfelder waren aufgerufen, sich zu beteiligen. Knapp 80 Interessierte kamen am Samstag zum Bürger-Workshop in die Aula der Grundschule – und sie brachten viele Dutzend Ideen und Anregungen mit.

Wie Planer Klaus Kehrbaum eingangs erklärte, ist auf dem 36 500 Quadratmeter großen Grundstück ein „Nutzungsmix“ vorgesehen – Wohnen, Handel, Büros, Gastronomie und nichtstörendes Gewerbe. Rund 670 Menschen in etwa 280 Wohneinheiten sollen dort einmal leben. Gebaut werden Miet- und Eigentumswohnungen. 30 Prozent sind Sozialwohnungen.

„Vielfalt ist gewünscht“, sagte Kehrbaum zur Gestaltung der Gebäude, und er wolle „Grün in die Stadt bringen“. Gegenüber der Gartenstraße will Kehrbaum ein höheres Gebäude errichten, eine „städtebauliche Dominante“. Das Quartier soll eine große Tiefgarage und eine Kindertagesstätte mit 100 Betreuungsplätzen bekommen.

Die unter Denkmalschutz stehende Ludl-Kapelle wird vom Grundstückseigentümer saniert, sie bleibt erhalten, soll aber exponiert und besser zugänglich gemacht werden. Der Ludl-Hof sowie das Sommerhaus an der Münchner Straße sind nach Ansicht der Denkmalschützer nicht erhaltenswert.

Das komplette Baufeld soll um 1,50 Meter angehoben werden. „Wir gehen bewusst aus dem Grundwasserspiegel heraus, da dürfte eigentlich nichts passieren“, entgegnete Kehrbaum auf die Frage eines Teilnehmers, ob der Grundwasserspiegel nach Umsetzung des Bauvorhabens ansteigen werde.

Bedenken wurden auch hinsichtlich des zunehmenden Verkehrs geäußert. Hier blieb Kehrbaum nur die Forderung, dass „eine übergeordnete Verkehrsplanung zwingend notwendig“ sei.

Mit den Worten „die Steine sind noch nicht gesetzt, bringen Sie sich ein“, rief der Planer die Workshop-Teilnehmer auf, Ideen, Wünsche und Anregungen zu formulieren. In der Schulaula standen Tafeln zu sieben Themenbereichen: Stadtbild, Denkmalschutz, Mobilität, soziale Infrastruktur, Nutzung des öffentlichen Raums, Gewerbeansiedlung und Sonstiges. Die Anwesenden sollten kurze Aussagen auf blaue Kärtchen schreiben und diese an der passenden Tafel anbringen.

Am Ende waren es viele Dutzend Kärtchen. Gefordert wurde zum Beispiel Kunst am Bau, der Verzicht auf oberirdische Parkplätze, ein öffentliches WC, der Ausbau des Busverkehrs, Raum für kulturelle Angebote und, gleich mehrfach, ein funktionsfähiger Brunnen. Weitere Vorschläge unter anderem: ein Irish-Pub, ein Hotel und sogar eine kleine Brauerei, in der Karlsfelder Bier gebraut werde könnte. An Kehrbaum wurde auch der Wunsch herangetragen, nicht nur die Kapelle, sondern das gesamte Ludl-Ensemble mit Hof und Sommerhaus zu erhalten und sich Gedanken über eine mögliche Nutzung zu machen. Der Planer zeigte sich hier offen.

Die Gemeinde Karlsfeld hat das Kommunalberatungsunternehmen Cima beauftragt, das Projekt „Brückenschlag“ zu begleiten. Cima wird die Beiträge aus dem Workshop nun in einem nächsten Schritt auswerten.

Wunsch der Gemeinde ist es, auf den Flächen erst das Gewerbe zu entwickeln, dann das Wohnen. Etwa 2026 dürfte alles stehen. Es ist auf absehbare Zeit das letzte Bauvorhaben dieser Größenordnung in Karlsfeld.

tol

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