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Besonders schweres Exponat: Der dicke Baumstamm aus Oberammergau. foto: ep

Sonderausstellung im Heimatmuseum Karlsfeld 

Hier gibt es Hingucker zur  Weihnachtszeit

Das Heimatmuseum Karlsfeld ist gerade in der Vorweihnachtszeit einen Besuch wert. Aktuell präsentiert sich dort eine Sonderausstellung. Mit echten Hinguckern.

Karlsfeld – So genau lässt sich nicht sagen, was der Hingucker ist in dieser Weihnachtsausstellung. Zuerst beim Eintreten ins Karlsfelder Heimatmuseum auf jeden Fall der hängende Baum an der Zimmerdecke. Das verwundert nur die Besucher, aber Ilsa Oberbauer weiß es: „Das Immergrüne hatte Zauberkräfte für die Menschen. Man hat es in die Ecken gehängt, dort, wo sie das Böse vermuteten. Es sollte es bannen.“ Auch in die Ställe hängte man was Grünes, „damit den Viechern nix passiert“.

Zwei junge Besucherinnen der neuen Sonderausstellung sehen das neuzeitlich sehr pragmatisch: „Das ist eine gute Idee. Unsere Katze räumt immer den Tannenbaum ab.“

Der zweite Blickfang ist ein dicker Baumstamm. Wenn man ganz um ihn herumgeht, entdeckt man drei eingeschnitzte Szenen aus der Weihnachtsgeschichte: „Verkündigung“, „Jesu Geburt“ und „Heilige 3 Könige“. Er wurde in Oberammergau im Geburtshaus von Ludwig Thoma (1867-1921) vom Holzschnitzer Lang gefertigt. Und er hat das Team des Heimatmuseums in Transportnöte gebracht, weil er so schwer ist. Natürlich haben die Museumsleute es gelöst.

Der dritte Hingucker ist dieses schmächtige Tannenbäumchen hinten rechts. Es ist aus gefärbten Gänsefedern zusammengebaut. Schon um 1900 wurden diese Bäumchen vor allem im Bayerischen Wald hergestellt. Man konnte sie zusammenklappen und in Kartons verpacken. So wurden sie auch an Soldaten an der Front geschickt.

„Das haben wir ja jetzt auch wieder,“ sagt Ilsa Oberbauer vom Heimatmuseum, „Tannenbäume, die per Versandhandel kommen und jedes Jahr wieder neu eingesetzt werden können.“ Die sind allerdings aus Plastik und nicht aus Gänsefedern.

Der Gedanke der Wiederverwendbarkeit ist auch der Ursprung unserer bunten Christbaumkugeln. Ein Glasbläser aus Lauscha in Süd-Thüringen erfand sie aus der Not heraus: Er konnte sich die damals üblichen Nüsse und Äpfel als Baumschmuck einfach nicht mehr leisten. Und da erfand er die nachhaltige Glaskugel.

Viele Karlsfelder Familien haben wieder dazu beigetragen, dass diese Ausstellung überhaupt zustande kommt: mit Krippen in allen Variationen, Christbaumschmuck, Kugeln und Glöckchen, Baumbehängen und Fensterschmuck; alles dem Museum leihweise überlassen. Deshalb ist sie auch nur bis zum 3. Advent zu sehen. Ab dem 17. Dezember können die Spender ihre Schätze wieder abholen, um sie daheim an den Feiertagen genießen zu können.

Die Weihnachtsausstellung

im Heimatmuseum ist noch geöffnet am 2. und 3. Adventssonntag, also am 9. und 16. Dezember, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Außerdem kann man sie anschauen am Samstag, 8. Dezember, von 12 bis 17 Uhr anlässlich des Christkindlmarktes auf dem Bruno-Danzer-Platz in der Neuen Mitte.                    Elfriede Peil

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