+
Großer Erfolg vor vollem Haus: das Vivaldi Orchester Karlsfeld.

Vivaldi Orchester Karlsfeld

Gesamtkunstwerk für Augen und Ohren

Das Vivaldi Orchester Karlsfeld gehört erwiesenermaßen zur deutschen Spitze. Beim Jahreskonzert war aber sehr viel mehr geboten als nur hervorragende Musik auf Zupfinstrumenten. Den Gästen wurde ein Gesamtkunstwerk geboten.

Karlsfeld – Und jetzt: Alles Walzer“, forderte Moderator Ralf Hanrieder die Zuhörer des Jahreskonzertes des Vivaldi Orchesters im ausverkauften Saal des Bürgerhauses Karlsfeld auf. Das war wohl eher augenzwinkernd gemeint, denn die Vivaldis sind bekanntermaßen ein Zupforchester, dem die Zuhörer zurückgelehnt in ihren Stühlen lauschen und den Klang der rund 40 Mandolinen, Mandolen, Gitarren und Kontrabässen genießen dürfen. Doch beim Jahreskonzert wurden sie immer wieder überrascht. Denn die Musiker unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold widmeten den Abend ganz dem Thema „Tanz“.

Das fing bei der Stückauswahl an: Da gab es Renaissancemusik mit einem schwungvollen „Lust Tanz“, einen „Danz di Boemia“ aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Roland Leistner-Mayer, temperamentvolle südamerikanische Rhythmen mit Tango und Samba und einige weltbekannten Melodien aus Peter Tschaikowskis Ballett Nussknacker.

Dessen „Tanz der Zuckerfee“ gab dem Konzert auch seinen Namen. Die Bearbeitung der Nussknackersuite für Zupforchester schrieb der Bassist der Vivaldis Martin Ziegenaus und erhielt begeisterten Applaus.

Doch was wäre ein Abend voller Tanzmusik ohne Tänzer? Und so wirbelten zu Tango und Samba Alfred und Claudia Veit in glitzernden Kostümen über die Bühne, zu den wunderbar interpretierten elisabethanischen Tänzen schritt Angelika Riepl in einem selbst genähten mittelalterlichen Kleid vor die Musiker. Beim böhmischen Tanz tanzten Irina Büchler und Gerald Himmler von den Karlsfelder Knödeldrahra. Besonderen Applaus erhielt Antonia Bauer für ihre zauberhafte Balletteinlage zum Tanz der Zuckerfee.

Dass auch verborgene Talente in den Vivaldis stecken, zeigte sich bei einem Walzer von Aram Kathatourian aus dem Theaterstück „Masquarade“. Da tanzte in einem wunderbaren Kleid Nadine Lammer auf die Bühne, verneigte sich vor dem Bassisten Artem Blisnyuk, und gemeinsam drehten sie sich im formvollendeten Walzerschritt über die Bühne und durch die Publikumsreihen hinaus, um so die Pause einzuleiten.

Und ein weiterer Augenschmaus begeisterte das Publikum. Der Dachauer Maler Tadeusz Stupka – Freund und Lehrer der Dirigentin – hatte eigens zum Konzert der Vivaldis Bilder zum Thema Tanz gemalt und diese aus seinem umfangreichen Werk ergänzt. Seine Ausstellung umfasste erotische Tango-, feurige Samba- und verträumte Balletttänzerinnen und -tänzer.

Die Vivaldi-Tiger, das talentierte Jugendorchester der Vivaldis, hatte das Konzert mit drei Stücken eröffnet, die sie Teil Ende April beim deutschlandweiten Orchesterwettbewerb in Jülich spielten. Dort präsentierten die Karlsfelder gemeinsam mit den Vivaldi Mäusen ihr Können und erhielten einen stolzen 2. und 3. Preis.

„Ein wirklich stimmiges Gesamtkonzept“ lobte ein begeisterter Zuhörer. Und auch die musikalische Leitung zeigte sich zufrieden. Monika Fuchs-Warmhold: „Vor vollem Haus und so einem begeisterten Publikum zu spielen, das macht einfach Spaß.“ dn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dean aus Wiedenzhausen
Der kleine Bub, der noch ganz verschlafen in die Kamera guckt, heißt Dean Aras und ist im Dachauer Krankenhaus zur Welt gekommen. Seine Eltern Dilara und Thomas Schulz …
Dean aus Wiedenzhausen
Finn aus Karlsfeld
heißt der kleine Bub, der sich hier in Mamas Armen dem Zeitungsfotografen präsentiert (Bild rechts). Das erste Kind von Patrycjy und Julian Meise aus Karlsfeld wurde im …
Finn aus Karlsfeld
Paul Adam aus Karlsfeld
Paul Adam
Paul Adam aus Karlsfeld
Betrunkener Asylbewerber (27) randaliert sich in die Zelle
Ein betrunkener Asylbewerber (27) hat in einer Dachauer Gaststätte und auf der Polizeiwache randaliert.
Betrunkener Asylbewerber (27) randaliert sich in die Zelle

Kommentare