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Sichtlich zufrieden: Orchester-Leiterin Monika Fuchs-Warmhold hatte ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

Jahreskonzert des Vivaldi Orchesters

Wenn Bach auf Pop trifft

Bei seinem „Sommerzeit“-Jahreskonzert ließ das Vivaldi Orchester Karlsfeld im Bürgerhaus mal wieder verschiedenste Musikstile zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Passt Bach zum Pop der 60er Jahre? Natürlich, wenn man es gut macht.

Karlsfeld – Es sollte eine Hinführung zur warmen Jahreszeit sein, das „Sommerzeit“-Jahreskonzert des Vivaldi Orchesters Karlsfeld. Es wurde dann aber Sommer pur, durch die hohen Temperaturen draußen und die wahrhaftig ausreichenden im Saal.

Es wurde einem aber auch warm ums Herz bei diesem zauberhaften Konzert. Das Orchester begeisterte mit seiner Lust am Spiel, mit seiner dynamischen Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold und einer spannenden Musikauswahl das Publikum im voll besetzten Bürgerhaus.

Eröffnet wurde es von den Vivaldi Tigern, dem talentierten zwölf- bis 20-jährigen Nachwuchs mit drei eindrucksvoll gespielten Stücken, unter ihnen das traditionelle „Mi caballo blanco“, „Mein weißes Pferd.“ Das passte schon mal zu Sommer.

„Die Jugendarbeit ist uns sehr wichtig“, sagte Benedikt Wienecke vom Förderverein in seiner Begrüßung. „Und dafür bedanken wir uns bei allen, die uns unterstützen.“ Aktuell konnte er sich beim zweiten Bürgermeister Stefan Handl für den Zuschuss der Gemeinde bedanken.

Ein festlicher Auftakt des großen Orchesters war das Rondeau aus „Abdelazar“ von Henry Purcell. Man sah sie förmlich vor sich, die höfischen Edelmänner mit ihren Damen beim Tanze. Beschwingt ging es weiter mit einer Courante von Michael Prätorius aus der Renaissance, variiert von Joachim Krause bis hin zu unseren modernen Zeiten und Klängen.

Ein Lautenkonzert von Antonio Vivaldi war einer der Höhepunkte des Abends. In der Bearbeitung des großen Gitarristen Siegfried Behrend für Zupforchester erklingt es zart und kraftvoll, ebenso melancholisch wie heiter. Das Solo auf der Mandoline übernahm Regina Maier, das auf der Gitarre Adam Haranghy. Sie spielten virtuos, einfühlsam und mit sichtlichem Vergnügen. Blickten sich an, freuten sich, weil das Zusammenspiel so schön lief.

Dann kam schon der nächste Höhepunkt. Ralf Hanrieder, der ebenso wie Angelika Tausch vergnüglich durch den Abend führte, ließ die Spannung steigen: „Wie passen Bach und Procul Harum mit dem Shades of Pale zusammen?“ Wunderbar, wie sich die berühmte Air von Bach plötzlich in einen Popsong der 60er Jahre verwandelte.

Gesang: Adam Haranghy, stand im Programm. Man hörte ihn, sah ihn aber nicht. Da kam er durch den Mittelgang, im gleißenden Scheinwerferlicht. Und er sang mit einer Stimme, auf die bei Popkonzerten die Girlies fliegen und hier und jetzt die Ladys. Bravo-Rufe, begeisterte Pfiffe.

Der Jazzklassiker „I got Rythm“ von George Gershwin mit Martin Ziegenaus am Saxofon erzeugte Bigband-Feeling und zeigte die enorme Bandbreite des Repertoires dieses Orchesters. Das Vibrafon mit dem Gast aus München, Jürgen Schieber, rief Erinnerungen an Lionel Hampton und Benny Goodmann wach – und an die Klezmer-Musik. Wie Schieber sein Instrument beherrschte, war faszinierend. Er spielte andachtsvoll, aber konnte auch aufbrausend sein. Es war in der Tat, wie Angelika Tausch angekündigt hatte, ein „jazziger Spaß mit Jürgen Lionel Schieber.“

Piazollas Libertango und ein Potpourri mit bekannten Sommerhits ließen dann endgültig die Vorfreude auf den Sommer aufkommen. Und weil in der Pause noch Eis am Stil verschenkt wurde, fragte man sich: Herz, was willst du mehr? Genau: Noch vier Zugaben! Elfriede Peil

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