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Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft

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Immer in Bewegung: Johannes Lorenz beim Laufen.

„A bisserl a Motivation braucht‘s schon“

Johannes Lorenz (79) vom TSV Eintracht Karlsfeld läuft beim „Wings for Life World Run“ mit

Die Wunderwerke der Technik machen‘s möglich: ein Volkslauf ohne Volk. Bei der weltweiten Aktion „Wings for Life World Run“ starten normalerweise Hunderttausende von Hobbyläufern auf der ganzen Welt zum gleichen Zeitpunkt. Diesmal waren einsame Einzelläufer unterwegs, begleitet nur von einer speziellen App und dem GPS-System.

Auch Johannes Lorenz aus Dachau, der seit 37 Jahren Mitglied beim TSV Eintracht Karlsfeld ist, lief mit. Sein Startpunkt war das Rathaus Dachau. Er hatte sich schon vor einem halben Jahr bei den Organisatoren angemeldet. Als begeisterter und erfolgreicher Langstreckenläufer – er ist bayerischer Halbmarathon-Meister bei den Männern ab 75 Jahren – wollte er wieder unbedingt dabei sein. Im April wurde Hans Lorenz 79 Jahre und ist fit und beweglich wie manch Jüngerer nicht.

Sei 2014 gibt es diesen Lauf. In allen Erdteilen starten zur gleichen Zeit die Läufer – ob Spitzensportler, Hobbyläufer oder Geher. Auch Rollstuhlfahrer machen mit. Die Startgelder gehen zu 100 Prozent in die Stiftung „Wings for Life“, Flügel für‘s Leben. Sie sammelt Spenden für die Erforschung von Rückenmarksverletzungen. Bisher kamen über 26 Millionen Euro zusammen.

Es gibt kein Endziel, das man erreichen muss, nur eine festgelegte Route. Jeder versucht, auf dieser Strecke möglichst lange zu laufen. Denn eine halbe Stunde nach dem Start fährt auch ein Auto los, mit 14 Stundenkilometern, und wird jede Stunde um einen Kilometer schneller. Wen dieses „Catcher Car“ erwischt, für den ist der Lauf zu Ende. Busse bringen die Aufgelesenen zum Ausgangspunkt zurück.

Doch dann kam der März und damit die Absage aller Großveranstaltungen. Aber es kamen eben auch die Lösungen in der Krise: „Jeder läuft alleine, mit fünf Metern Abstand, es gibt individuelle Strecken und die Ortung durch das GPS“, berichtet Johann Lorenz.

Das bedeutete für ihn: „Ich musste mir meine Strecke selber zusammenstellen.“ Sie sollte nicht zu viel Sonne haben, und an Wasser sollte er auch kommen können. „Unterhalb des Karlsbergs ist ein kleiner Brunnen, das war schon mal prima.“ Und das Auto konnte er auch abstellen – es gab ja keine einsammelnden Busse mehr. Er stellte sich einen Rundlauf zusammen, der ihn über Dachau Ost an seinem Haus vorbei führte, wo seine Frau ihn mit Wasser empfing. Weiter zur Würmmühle, KZ-Gedenkstätte, zurück in die Altstadt und zu seinem Auto. Ungefähr 16 Kilometer waren das: „Man kann sich ja ausrechnen, wie schnell man normalerweise läuft.“ Bis einen das Catcher-Auto einfängt. Oder eben jetzt der digitale Positionssender.

Heuer war es die Marke 15,5 Kilometer. Damit kam Lorenz auf Rang zwei international und deutschlandweit. „Ich hab ja auch nicht so viel wie sonst trainiert. Und ich wollt’ mich nicht überdrehen.“ Aber ein bisschen schielt er noch auf das vergangene Jahr. Da lief er 18 Kilometer und er wurde weltweit Erster. Ob da doch ein wenig Ehrgeiz mit im Spiel ist? „Na ja, ich kann‘s überleben“, lacht er. „Aber a bisserl a Motivation braucht‘s schon!“  Elfriede Peil

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