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Zwei Smartphones in der Hosentasche: Bruno Jonas im Karlsfelder Bürgerhaus. 

Kabarettist Bruno Jonas in Karlsfeld

Neues vom „Packl-Bruno“

Bruno Jonas ist inzwischen auch schon ein älteres Semester. Sein neuestes Programm beschäftigt sich daher auch mit den Problemen, mit den Jungen Schritt zu halten. Zwischendurch wird es politisch, und der Kabarettist redet nicht um den heißen Brei herum.

Karlsfeld – „Wenn ich mir Sie so anschaue, dann denke ich, dass das Thema Rente für Sie interessant sein könnte“, schlussfolgerte Bruno Jonas am vergangenen Donnerstag treffsicher. Denn das Publikum im vollbesetzten Bürgersaal hatte zumeist die erste Lebenshälfte bereits hinter sich. Dementsprechend herzlich konnte es daher über die Witze des beliebten Kabarettisten lachen.

Denn Bruno Jonas gehört selbst mittlerweile dieser Bevölkerungsgruppe an und traf so bei Themen wie dem digitalen Wandel den Nerv der Zuschauer. So wird aus der brandneuen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, mal eben der neue Problembär in Deutschland. Der Niederbayer Jonas sieht sich selbst als weltoffen, der versucht, beim digitalen Wandel mitzuhalten. So hat er zwei Smartphones in den Hosentaschen und berichtet über die fantastischsten Apps, die er entdeckt hat.

Trotz allem kommt Jonas in der digitalen Welt nicht immer zurecht. Oder wie kann es sonst dazu kommen, dass sein Smartphone dermaßen „smart“ ist, dass es von ganz alleine hin und wieder jemanden anruft? Wahrscheinlich, weil ihm langweilig ist, wenn man sich eine gewisse Zeit nicht mit ihm beschäftigt, vermutet Jonas.

Übrigens mag Jonas am liebsten den Smartphone-Hersteller „Huawei“, schließlich könne das bei dem Namen nur ein niederbayerisches Unternehmen sein. Ein weiterer Trend, der nicht spurlos an Bruno Jonas vorbeigeht, ist der zunehmende Online-Handel. So bestellen alle jüngeren Leute aus seinem Haus in Haidhausen Tod und Teufel im Internet, sind dann aber nicht zu Hause, wenn ihre Bestellungen geliefert werden. Also hat sich der Kabarettist in Eigenregie zum „Packl-Annehmer“ weitergebildet. Seitdem steht seine Wohnung voll mit Packln, die darauf warten, von ihren eigentlichen Empfängern abgeholt zu werden.

Das Ganze hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass der „Packl-Bruno“, wie Bruno Jonas von seinen Nachbarn nur noch liebevoll genannt wird, nachts schweißgebadet aufwacht, weil er geträumt hat, dass der Lieferant für den Edeka um die Ecke ihn darum bittet, doch zwei Paletten Frischfisch anzunehmen, da er beim Edeka niemanden erreicht, und den Fisch kurzerhand bei ihm durchs Fenster ins Schlafzimmer lädt.

Doch Bruno Jonas kann auch sehr direkt und politisch werden. Für seine Meinung zu der umstrittenen Aussage Seehofers, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, erntet der Kabarettist tosenden Applaus. Er sagte: „Der Islam im Allgemeinen gehört nicht zu Deutschland, da muss ich dem Seehofer ausnahmsweise einmal Recht geben. Doch friedliebende Muslime gehören sehr wohl zu Deutschland. Aber diese friedliebenden Muslime sollten mal aufstehen und sich gegen die stellen, die nicht so friedlich sind.“

Zur Freude aller lässt Bruno Jonas das Publikum auch an seinem musikalischen Talent teilhaben. So legt er mehrere außergewöhnliche Gitarrensoli hin, bewegt sich dabei erstaunlich agil mit der Gitarre über die Bühne und erheitert mit selbst gedichteten Texten. Zum Abschied singt er gemeinsam mit den Zuhörern das Volkslied „Ade zur guten Nacht“.

Stefanie Ritter

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