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Das Todesmarschdenkmal an der Allacher Straße: Die Route der Häftlinge führte im April 1945 durch Karlsfeld.

Gemeinde Karlsfeld unterstützt Produktion eines Dokumentarfilms

1000 Euro für Todesmarsch-Film

Karlsfeld wird die Produktion eines Dokumentarfilms über den Todesmarsch von 1945 mit einem Zuschuss in Höhe von 1000 Euro unterstützen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderats einstimmig beschlossen.

Karlsfeld – Wie die Ikarus-Filmproduktion der Gemeinde mitgeteilt hat, sei für die 60 bis 70 Minuten lange Dokumentation mit Produktionskosten von 50 000 Euro zu rechnen. Der Film solle zum 75. Gedenktag einer möglichst großen Öffentlichkeit präsentiert werden.

Im Frühjahr 1945 erging der Befehl, marschfähige Häftlinge aus dem Dachauer Konzentrationslager in Richtung Süden zu verlegen. Kein Häftling sollte in die Hände der heranrückenden US-Streitkräfte gelangen. Am 26. April setzte sich der Zug von Dachau aus in Bewegung, durch hinzukommende Häftlinge aus den Außenlagern wuchs die Marschkolonne auf rund 10 000 Menschen an. Der Weg führte sie damals in den letzten Kriegstagen auch durch Karlsfeld. Seit 2001 erinnert ein Denkmal an der Allacher Straße an den Todesmarsch von 1945.

Viele der nach langer Internierung geschwächten Häftlinge waren den Strapazen des Marsches nicht gewachsen. Wer nicht mehr weiterkonnte, wurde von den SS-Wachmannschaften an Ort und Stelle ermordet.

„Der Dokumentarfilm dient in erster Linie der Bildungsarbeit und ist zunächst für Veranstaltungen im Umfeld der Erinnerungskultur vorgesehen“, sagt Max Kronawitter von der Ikarus-Filmproduktion. Aber auch die Gemeinde Karlsfeld wird alle Rechte bekommen, um den Film bei passenden Anlässen zeigen zu können.

Schon viele Gemeinden und Städte haben der Produktionsfirma Unterstützung zugesagt, darunter Fürstenfeldbruck, Starnberg, Bad Tölz und auch Dachau. „Karlsfeld darf in dieser Liste der Unterstützenden nicht fehlen“, sagte Anton Flügel, Gemeinderat der Freien Wähler.

Insgesamt stieß die Anfrage der Filmschaffenden im Ausschuss auf breite Zustimmung. Dokumentationen dieser Art würden immer wichtiger, „denn die Zeitzeugen sterben weg“, sagte Adrian Heim. Der Bündnis-Gemeinderat schlug vor, dass Karlsfeld den Jahrestag des Todesmarsches zum Anlass nehmen sollte, „stärker in die Erinnerungsarbeit“ einzusteigen.

   THOMAS LEICHSENRING

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