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Südlich der Schulen und des Parkplatzes entsteht die neue sechszügige Grundschule.

Wegen Grundschulbau

Fast 20 Millionen neue Schulden

330 Euro beträgt aktuell die Pro-Kopf-Verschuldung in Karlsfeld. Der bayerische Landesschnitt ist doppelt so hoch. In diese Bereiche wird auch Karlsfeld vorstoßen. Denn es sind hohe Kreditaufnahmen für eine große Investition nötig: Schulden wegen Schule.

Karlsfeld – Der Hauptausschuss des Karlsfelder Gemeinderats hat am Dienstagabend die Vorberatungen für den Haushalt 2017 abgeschlossen. Er stimmte dem Etat mit einem Gesamtvermögen von 47,9 Millionen einstimmig zu. Offiziell verabschiedet wird der Haushalt Ende des Monats im Gemeinderat.

Größter Posten auf der Ausgabenseite ist die Kreisumlage. Rund 9,8 Millionen Euro hat die Gemeinde an den Landkreis abzuführen. Beinahe genauso hoch sind die Personalkosten mit 9,4 Millionen Euro.

Über die Einkommensteuer nimmt die Gemeinde Karlsfeld heuer 15,4 Millionen Euro ein – der mit Abstand größte Posten. Die Gewerbesteuer fällt mit 7,8 Millionen Euro vergleichsweise gering aus.

Eigentlich hatte Kämmerer Alfred Giesinger für das Jahr 2017 eine Kreditaufnahme vorgesehen. Die ist wegen der guten Konjunktur nun doch nicht nötig. Allerdings werden die Rücklagen aufgebraucht, das sind rund fünf Millionen Euro.

Die Finanzlage der Gemeinde Karlsfeld wird über Jahre hinweg vom Neubau der sechszügigen Grundschule samt Turnhalle an der Krenmoosstraße bestimmt. Der Bau ist ohne neue Kredite nicht zu finanzieren. Giesinger sieht für 2018 7,9 Millionen Euro neue Schulden vor, für 2019 sogar knapp 11,6 Millionen.

Bürgermeister Stefan Kolbe betonte in der Sitzung am Dienstag allerdings, dass eine belastbare Kostenrechnung für den Schulbau zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich sei. Auch könnten noch keine präzisen Aussagen über den Umfang der staatlichen Förderungen getroffen werden: „Das ist noch ein kleines Überraschungspaket.“

Kämmerer Giesinger rechnet derzeit mit einer Investitionssumme von insgesamt 28,3 Millionen Euro. Dies sei nur eine Kostenannahme. Allein die Turnhalle, die auch der TSV Eintracht Karlsfeld so dringend für sein Sportangebot benötigt, dürfte acht Millionen kosten.

Die mehr als 50 Jahre alte Grundschule sollte eigentlich saniert und erweitert werden. Im April 2015 entschied sich der Gemeinderat aber für einen Neubau; nicht zuletzt, weil die Kosten von Sanierung und Neubau nicht weit auseinandergelegen wären. Abgerissen wird das Gebäude nicht. Nach dem Bezug der neuen Schule sollen Volkshochschule und Musikschule einziehen. Die neue Schule wird auf der Freifläche südlich des Parkplatzes gebaut. tol

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