Drei Tote bei Attacke in Utrecht - mutmaßlicher Schütze nach Flucht festgenommen

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Volkstanz ist nur etwas für die Älteren: Dass das nicht stimmt, ist bei den Knödldrahran immer wieder aufs Neue zu erleben. Das Foto entstand auf der Jubiläumsfeier.

Und es ging weiter!

Aus einer Einlage wurde vor 25 Jahren die Karlsfelder Volkstanzgruppe D’Knödldrahra

Aus einem spontanen Entschluss ist einer der kulturellen Fixpunkte der Gemeinde Karlsfeld entstanden: die Volkstanzgruppe D’Knödldrahra.

Karlsfeld – Das hat sie noch im Ohr: Wie nach der allerersten Aufführung von Volkstänzen beim Tag der Hausmusik im Bürgerhaus der damalige Gemeinderat Georg Froschmayer begeistert zu ihnen heraufrief: „Das muss weitergehen!“ Und es ging weiter, nun schon 25 Jahre lang. „Leider konnte er die Gründung nicht mehr miterleben“, so Gertrud Himmler in ihrem Rückblick. Auch an die Leiterin der Musikschule damals, Marita Eggebrecht, gedachte sie.

Ihr „Silbernes Jubiläum“ feierten die Knödldrahra, die Karlsfelder Volkstanzgruppe, intern mit Freunden und Angehörigen in St. Anna. Mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen und mit schwungvollen Tänzen. Auch mit guten Wünschen und einem ebensolchen Scheck von der Gemeinde, die Kulturreferentin Ingrid Brünich mitbrachte. Und mit einem Abschlussgottesdienst mit Pfarrer Bernhard Rümmler. Ihm und dem damaligen Pfarrer Robert Krieger ist Gertraud Himmler sehr dankbar, dass sie in St. Anna ihre Übungsabende abhalten können.

„Oh, war das schwer, die ersten Tänze zu lernen“

Denn ordentlich üben mussten sie von Anfang an. „Oh, war das schwer, die ersten Tänze zu lernen“, erinnert sich Gertraud Himmler. Und nur weil sie mit dem Ehepaar Katharina und Otto Ahamer erfahrene Vortänzer hatten, wurde aus der losen Gruppe von fünf Paaren eine Karlsfelder Institution: Die erste und einzige Volkstanzgruppe.

Das Ehepaar Ahamer hatte schon zwölf Jahre Tanzerfahrung beim Ampertaler Trachtenverein gesammelt und kannte sich aus. „Lern‘ ma denen halt ein paar Tänze, dann hört sich das eh auf,“ dachten sie damals. Aber nichts hörte sich auf. Sie haben bei Gertraud und Gerald Himmler und den anderen Paaren eine wahre Leidenschaft entfacht. Mit Begeisterung wurde auch zu Hause bei den Ahamers getanzt: „Einfach den Teppich im Wohnzimmer weggeräumt und auf ging‘s.“

Sie haben einst die Leidenschaft bei den Karlsfelder Tänzern entfacht: Katharina und Otto Ahamer.

Aus „Drahner“ wurde Drahra“ - der Name hat sich bis heute gehalten

So ein Walzer mag ja noch angehen, aber für eine Kreuzpolka, einen schottischen Zwiefach-Galopp oder die Mühlenpolka muss man sich schon ordentlich Mühe geben. Aus der Anleitung für die Tanzsammlung „Südtiroler Mazurka“ wird das deutlich: „In der Haltung vordere Kreuzhandfassung dreht das Paar mit sechs Schritten um die Paarachse weiter im Uhrzeigersinn, wodurch der Bursch jetzt rückwärts und das Deandl vorwärtsläuft. Er muss darauf achten, dass sie am Ende des Taktes zwölf außen steht. Nach einer raschen Ein-Viertel-Drehung zueinander stehen sich beide gegenüber, er mit dem Rücken zur Kreismitte.“

Mamma mia. Dieser Tanz, der „Knödldrahner“, ist übrigens die Vorlage für die Namensgebung gewesen. Dabei wurde aus „Drahner“ der Drahra“ – was sie irgendwie drahtiger fanden.

D’Knödldrahra sind fester Bestandteil des Karlsfelder Kulturprogramms

In diesen 25 Jahren ist die Gruppe, bei allem Kommen und Gehen der Mitglieder, ein kultureller Fixpunkt im Gemeindeleben geworden. Zum 1. Mai, beim Siedlerfest oder beim offenen Volkstanz, der jährlich im Bürgerhaussaal stattfindet, heuer wieder am 4. Mai. Im vergangenen Jahr gab es einen viel beklatschten Auftritt mit der komplizierten „Münchner Française“ beim Kulturfestival „Seh am See“.

Zur 200-Jahres-Feier Karlsfelds 2002 traten die Knödldrahra zum ersten Mal mit der Blaskapelle Karlsfeld auf. Meistens werden sie von Willi Stappert mit seiner steirischen Harmonika begleitet. Auch außerhalb der Heimat haben die Volkstänzer die heimatliche Tradition getragen, etwa in die Partnerstadt Muro Lucano. Gern waren sie auch auf der Oiden Wiesn.

Gute Freundinnen: Irena Büchner (l.) unterstützt Gertraud Himmler in der Jugendtanzgruppe.

Ein paar Buben wären schön

Im Herbst 2009 ging ein großer Wunsch von Gertraud Himmler in Erfüllung: Die erste Volkstanz AG in der Grundschule an der Krenmoosstraße wurde mit Kindern aus der ersten und zweiten Klasse gegründet. Sie besteht bis heute. Daraus entwickelte sich die Jugendvolkstanzgruppe, auch aus den anderen Klassen. „Was die inzwischen alles können, ist sagenhaft“, freut sich Gertraud Himmler. Leider gehen ihnen die Buben aus, beziehungsweise laufen die lieber beim Fußball mit. Aber das ist nicht wirklich ein unlösbares Problem: Ziehen halt die Mädels die Lederhosen an.

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Elfriede Peil

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