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Die Wachteln fühlen sich in den Haaren ihrer Ersatz-Mama Judith pudelwohl.

Zwölfjährige zieht Wachteln groß

Ersatz-Mama für fünf Wachteln

Die zwölfjährige Judith aus Karlsfeld hat seit einigen Wochen ein neues, schönes, arbeitsintensives Hobby: Sie hält Wachteln.

Karlsfeld – Vor drei Jahren hatte sie schon mal die Idee, Hühner anzuschaffen. Im Radio war etwas darüber gekommen, dass man Bio-Eier aus dem Supermarkt ausbrüten lassen könne. Ein Inkubator wurde angeschafft, ein Stall ebenfalls. Aber die Tierärztin wies darauf hin, dass Hühner – im Gegensatz zu Wachteln – „genehmigungspflichtig“ sind, erzählt Judith. Die Nachbarn müssen einverstanden sein. Außerdem: „Man muss drei Wochen am Stück zu Hause sein“, sagt Judith. Und das ist ja nun durch Corona mehr als gegeben.

Vor Ostern kam die erste Lieferung von zwölf Wachteleiern, zum Preis von 7 Euro. Rund 16 Tage brauchen sie, bis sie schlüpfen. „Am 10. Tag kann man schon erkennen, ob sich da was getan hat: Man hält ein Ei gegen das Licht, und wenn‘s dunkel durchscheint, dann ist ein Küken drin“, weiß Judith.

Leider war der erste Versuch nicht erfolgreich – die Nachbarschaft bekam ihre Enttäuschung unmittelbar mit. Und zitterte wiederum mit bei der zweiten Partie. Jetzt sind alle erleichtert, so wie Judith: Es hat geklappt. „Am 16. Tag bin ich in der Früh runter gegangen in die Küche. Und da habe ich sie piepsen gehört und mich total gefreut. Vier hatten es geschafft“, sagt sie. Ein Nachzögling kam am 17. Tag abends aus seiner Schale und musste von Geburtshelferin Judith befreit werden „Er klebte noch mit dem Fuß am Ei“, sagt Judith.

Nach der ersten Kahlheit zeigte sich bald der niedliche Kükenflaum, und inzwischen haben alle ihr Gefieder in weiß, sandfarben, rötlich oder braun. Die Namensrechte waren sehr begehrt in der Familie und bei Freunden: Ginger, Burke, Carolin, Pink und Sushi heißen nun die japanischen Legewachteln. Sie gedeihen prächtig, kein Wunder, bei dem guten Futter, das Judith mit Oregano und Mohn verfeinert.

In ihrem Stall, der momentan noch in Judiths Zimmer steht, haben es die Küken warm und sauber. Dafür wird sie reichlich belohnt: „Sie sind sehr zahm, die klettern auf mir herum und verstecken sich in den Haaren. Die halten mich ja für ihre Mutter.“ Das ist ja dann wohl nichts anderes als bei dem berühmten Tierforscher Konrad Lorenz mit seinen Graugänsen. Ihre Nachbarn sind schon gespannt, wenn es demnächst wärmer wird und die Küken größer sind, ob sie dann alle im Wachtelmarsch der Judith in den Garten folgen.

ep

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