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Im Bereich der Rathaus-, Lessing- und Theodor-Storm-Straße in Karlsfeld herrscht akuter Parkplatzmangel. Deshalb soll dort nun eine Bewohnerparkzone eingerichtet werden.

Bauausschuss einigt sich auf Bereich um Rathausstraße

Karlsfeld bekommt Bewohnerparkzone 

Die Gemeinde Karlsfeld richtet im Bereich der Rathausstraße eine Bewohnerparkzone ein, nicht jedoch westlich der Bahn. Der Entscheidung liegt eine Untersuchung zugrunde, die Anlass zu Kritik gibt.

Das Fachbüro Gevas aus München hat die Parkplatzsituation im Karlsfelder Zentrum und auf der Westseite des Bahnhofs untersucht. Ergebnis der Zentrumsstudie: Es gibt abschnittsweise eine hohe bis sehr hohe Auslastung der Parkplätze. Deshalb folgte der Bauausschuss des Gemeinderats am Mittwochabend einstimmig der Gevas-Empfehlung, für das Gebiet Rathausstraße, Lessingstraße und Theodor-Storm-Straße sowie Teile der Gartenstraße eine Bewohnerparkzone einzurichten. Tagsüber sollen 50 Prozent der Stellplätze für Anwohner reserviert werden, nachts 75 Prozent. Die Gemeindeverwaltung erstellt bis Ende Mai einen Katalog mit den Vergabekriterien und legt weitere Details fest.

Auch westlich der Bahn sind die Parkmöglichkeiten der Gevas-Untersuchung zufolge zeit- und abschnittsweise „hoch bis sehr hoch“ ausgelastet, gerade in der Bayernwerkstraße und in der Dr.-Johann-Heitzer-Straße. Insgesamt aber sei ein „flächendeckender Parkraummangel“ nicht nachzuweisen.

Diese Aussage stieß bei Gemeinderäten und Zuhörern gleichermaßen auf große Skepsis. „Hier prallt Wissenschaft auf gefühlte Wirklichkeit“, sagte Bernd Wanka. Er teile zwar die Auffassung des Fachbüros, wonach eine Bewohnerparkzone im Bereich des Bahnhofs nicht die Lösung sein könne, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende, „aber wir müssen Maßnahmen ergreifen, um die Parkraumsituation sinnvoll zu ordnen“.

Ohnehin sind Zweifel angebracht, was die Aussagekraft der Erhebung betrifft. Denn Gevas hat die Parksituationen in den beiden Bereichen nur an einem einzigen Schönwettertag untersucht: am 21. Juni 2018. Nun sollen die Gevas-Ingenieure im Herbst die Situation westlich der Bahn nochmals prüfen und dann Maßnahmen vorschlagen.

Eines will man nicht: mehr Parkplätze. Dies ziehe nur noch mehr Verkehr in den ohnehin stark belasteten Bereich.

Das Büro Gevas untersucht die Verkehrssituation westlich der Bahn fortlaufend. Vor allem Pendler sorgen dort morgens für mitunter chaotische Zustände. Neuralgischer Punkt ist die Ampel an der Einmündung der Eversbuschstraße in die Otto-Warburg-Straße. Rückstaus bis zur Dr.-Johann-Heitzer-Straße sind alltäglich. Gevas schlägt vor, die Kreuzung zum Kreisverkehr auszubauen. Doch die Kreuzung liegt auf Münchner Gebiet, die Landeshauptstadt müsste also mitspielen. Der Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe will „die Stadt möglichst schon nach den Osterferien an den Tisch kriegen“.

Die Gespräche würden „wahrlich nicht einfach“, so Kolbe weiter – zumal die Stadt München im Zuge der Bebauung des 2,4 Hektar großen Quartiers „Hirmerei“ zwischen Otto-Warburg-Straße und Bahnlinie eigene Ziele verfolgt. Für eine zusätzliche parallel zur Eversbuschstraße verlaufende Verbindung, die von der geplanten Junkersstraße in Allach womöglich bis zum S-Bahnhof Karlsfeld führen soll, hält München schon eine Trasse frei.

Um Staus auf der Bayernwerkstraße zu vermeiden, schlägt Gevas auch einen Kreisverkehr an der Zugspitzstraße vor. Hilfreich war hier bereits, dass an der Einmündung der Eisolzrieder Straße in die Eversbuschstraße nun „Vorfahrt gewähren“ statt „rechts vor links“ gilt.

Für die Ackerstraße, den Kastanienweg und die Südenstraße empfahl Dr. Christoph Hessel von Gevas schließlich „klassische Verkehrsberuhigungsmaßnahmen“. So sollen die Wohngebiete bei Stau auf der Bayernwerkstraße vor Ausweichverkehr bewahrt werden. Thomas Leichsenring

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