Wirtschaftsförderer Peter Freis will das Projekt „Gründerzentrum“ voranbringen.
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Die ersten Gespräche laufen: Wirtschaftsförderer Peter Freis will das Projekt „Gründerzentrum“ voranbringen.

Start-ups und Selbstständige unter einem Dach – Wirtschaftsförderung der Gemeinde als Partner

Novum im Landkreis: Karlsfeld bekommt Gründerzentrum

Karlsfeld soll ein Gründerzentrum bekommen: ein gemeinsamer Sitz für Neugründer und Selbstständige im Zentrum der Gemeinde. Peter Freis, Wirtschaftsförderer im Karlsfelder Rathaus, hat mit den Vorbereitungen begonnen.

Aktuell muss sich die Wirtschaft noch von der Corona-Krise und dem Shutdown erholen. Für viele kann diese Zeit jedoch auch ein Neuanfang sein und somit die Gelegenheit, ein Business zu starten oder sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Karlsfeld will diese Start-ups, aber auch andere mit dem Gründerzentrum unterstützen.

Im Frühjahr 2019 fand der erste Coworking-Day im Bürgertreff Karlsfeld statt. Die Veranstaltung der Wirtschaftsförderung richtete sich an Selbstständige, die nicht mehr nur in ihren eigenen Wänden arbeiten, sondern auch Kontakte knüpfen wollten. Die Veranstaltung und die Idee wurden von den Teilnehmern gut angenommen. Das ließe sich ausbauen, dachte sich Freis.

„Wir wollen Start-ups und alte Hasen zusammenbringen, damit diese voneinander profitieren können“, sagt Freis. „Unser Angebot soll sich deshalb an Selbstständige richten, die sonst von zuhause aus arbeiten, in unserer Einrichtung aber die Möglichkeit haben, neue Anregungen aufzunehmen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Und das Ganze in einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt und in der alles vorhanden ist, was man für seine tägliche Arbeit braucht.“

Gerade in Zeiten der Corona-Krise, in der viele Menschen im Homeoffice arbeiten, denen dabei jedoch das soziale Miteinander und die Abwechslung zu kurz kommen, biete sich hier eine Chance für professionelles Arbeiten.

Auch Pendler aus dem Umfeld, die nicht täglich durch und nach München fahren wollen, oder Handwerker, die ihre Büroarbeit und Planungen nicht in der Werkstatt erledigen können, sollen von einer solchen Einrichtung profitieren. Ideal wäre es, so Freis, wenn Selbstständige aus verschiedenen Branchen wie Steuerberatung, Marketing und Unternehmensberatung den Komplex nutzen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Das Gründerzentrum soll Büroflächen, Besprechungs- und Sozialräume und ein kleines Café bekommen. Der Arbeitsbereich wird in mehrere Zonen aufgeteilt: Flexible Arbeitsplätze, die auch tageweise individuell genutzt werden können, und feste Arbeitsplätze, die Mieter dauerhaft für ihre Arbeit im Großraumbüro buchen können. Zudem wird es abgetrennte Räume für eigene Büros geben. Ein Empfang als erste Anlaufstelle für Besucher und Gäste soll eingerichtet werden.

Ein Gebäude im Ort ist schon ins Auge gefasst. Wie Freis gestern mitteilte, laufen bereits Gespräche mit einem Unternehmen, das das Gründerzentrum mit Unterstützung der Gemeinde Karlsfeld betreiben könnte.

Die Abteilung Wirtschaftsförderung soll im Gebäude ebenfalls ein Büro beziehen, um vor Ort zu sein, mitzuarbeiten und als Ansprechpartner zu fungieren. Die Wirtschaftsförderung verfügt über ein umfangreiches Netzwerk und kann direkte Kontakte zu Institutionen, Verbänden und Einrichtungen herstellen. Sie ist Bindeglied zwischen Firmen, Politik und der Gemeindeverwaltung. Geplant sind auch gemeinsame Veranstaltungen.

„Karlsfeld ist wegen seiner geografischen Nähe zu München prädestiniert für eine solche Einrichtung“, betont Freis. „Zudem gehen wir davon aus, dass wir die Plätze günstiger als in vergleichbaren Einrichtungen in München anbieten können.“

Er hoffe, so der Karlsfelder Wirtschaftsförderer, dass das Projekt nicht nur in Karlsfeld Anklang finden wird, sondern überregional. Im gesamten Landkreis gebe es noch kein vergleichbares Angebot. In Dachau wurde kürzlich ein anderes Angebot geschaffen: Stadt und Landkreis Dachau haben jetzt einen gemeinsamen Gewerbeverband. Mit „Dachau handelt“ sollen Kräfte gebündelt und die Region als Marke etabliert werden.

„Viele Menschen durchqueren morgens unseren Ort auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz. Jetzt bieten wir einigen ein Ziel, ohne dass sie weitere Verkehrsstaus und Verzögerungen in Kauf nehmen müssen.“ Das Gründerzentrum soll ein Ort werden, „den man morgens gerne aufsucht und bei dem es einem schwerfällt, ihn später wieder zu verlassen“.  

Interessierte

können sich bereits bei Peter Freis, Wirtschaftsförderung der Gemeinde Karlsfeld, melden. Telefon 0 81 31/99 173, E-Mail an wirtschaft@karlsfeld.de).

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