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Eintauchen in fremde Welten: Auf dem 17 000 Quadratmeter großen Ausstellungsareal am Karlsfelder See bot sich den Besuchern ein umfangreiches Themenspektrum aus Freizeit, Gesundheit, Umwelt, Heimat und Bauen.

19000 Besucher bei der ersten Karlsfelder Gewerbe- und Erlebnisschau

Familienmesse: Nicht schlecht für den Anfang

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Die erste Karlsfelder Familienmesse ist seit Sonntag Geschichte. Veranstalter, Aussteller und Gemeinde sind zufrieden. Mit rund 19 000 Besuchern fiel die Messe allerdings wesentlich kleiner aus als die Dachauer „Diva“.

Karlsfeld – „Begeistert und beseelt“ war Messeveranstalter Josef Schmid gestern. Die Familienmesse Karlsfeld, die nach dem Aus der Dachauer „Diva“ vor einem halben Jahr überraschend aus der Taufe gehoben worden war, hat in den vier Messetagen zwischen 24. und 27. Oktober insgesamt 19 040 Besucher angelockt. Das sind zwar gut 10 000 Menschen weniger als die „Diva“ vor zwei Jahren zählte, aber „fürs erste Mal nicht schlecht“, wie Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe betonte.

Überhaupt, darin waren sich gestern alle Verantwortlichen einig, sei jeder Vergleich der „Gewerbe- und Erlebnisschau Familienmesse Karlsfeld“, wie sie ausführlich heißt, mit der Dachauer Informations- und Verkaufsausstellung „Diva“ falsch. Michael Gold, Vorsitzender der der Engagierten Unternehmergemeinschaft (EUG) in Karlsfeld, etwa findet den „blöden Vergleich mit der ,Diva‘ störend“. Natürlich sei die Dachauer Messe größer gewesen als die Familienmesse, aber man müsse auch sehen, in welch kurzer Vorbereitungszeit letztere nun über die Bühne gegangen sei.

Erika Schatz, die jahrelang mit ihrem Kosmetikstudio auf der „Diva“ ausgestellt und im vergangenen Frühjahr maßgeblichen Anteil hatte, die Neuauflage der Regionalmesse nach Karlsfeld zu holen, sagt denn auch: „Die Familienmesse ist definitiv gelungen!“ Allerdings müsse man eben bedenken, dass man für eine Veranstaltung dieser Größe mit 140 Ausstellern „normalerweise eine Vorlaufzeit von zirka einem Jahr“ brauche. Für sie persönlich habe sich der viertägige Messeauftritt dennoch gelohnt: Sie habe auf der „spontanen“ Messe genauso viele Kundenkontakte gezählt wie einst auf der „Diva“.

Natürlich, gibt Bürgermeister Kolbe zu, „das ein oder andere kann man immer besser machen“. Daniel Schermelleh, der das Catering auf der Messe verantwortete und auch selbst mit einem Stand vertreten war, etwa fand den Zeitpunkt „schwierig“: Zu Ferienbeginn hätte man – noch dazu bei dem tollen Wetter –weniger Besucher als erwartet „in die Zelte reingekriegt“.

Apropos Zelte: Im Gegensatz zur „Diva“ waren auf der Familienmesse die Hallen miteinander verbunden. Dadurch sei in den Zelten mehr los gewesen, die Stimmung war „intensiver“, wie Landrat Stefan Löwl fand. Der wollte den Vergleich mit Dachau ebenfalls partout vermeiden, zumal sich der Erfolg einer Messe „nicht an der Größe aufmachen lasse, sondern einzig an Zufriedenheit“. Ach ja, in einem Punkt aber dürfe man die Familienmesse gern mit der „Diva“ vergleichen: Das Bühnenprogramm und die Podiumsdiskussionen seien in Karlsfeld „deutlich besser“ gewesen.

Aus diesem Grund finden auch alle Entscheidungsträger, dass die Messe in zwei Jahren möglichst wieder in Karlsfeld stattfinden solle. Für die Gemeinde habe die Veranstaltung definitiv „einen Mehrwert, da rührt sich was in Karlsfeld“, so Kolbe. Auch Aussteller Schermelleh glaubt, dass eine „Messe wachse, so was muss sich entwickeln“. Landrat Löwl sieht in der Veranstaltung eine lokale Leistungsschau, die zum einen der Wirtschaftsförderung diene und zum anderen die Gelegenheit biete, dass möglichst viele Menschen binnen weniger Tage miteinander ins Gespräch kommen und sich vernetzen.

EUG-Vorsitzender Gold ist angesichts dieser schlagenden Argumente optimistisch, die Skeptiker unter seinen Kollegen doch noch von der Familienmesse überzeugen zu können. Denn: „Viele von denen, die heuer nicht mitmachen wollten, haben die Messe trotzdem besucht. Und sie waren so begeistert, dass sie in zwei Jahren auch dabei sein wollen!“  

Stefanie Zipfer/ Franziska Sammer

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