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Ausflug in die Welt der Bücher: Gabriele Grim (links) mit Lehrer Johannes Keller und den jungen Schülern.

Schüler tauchen in die Welt der Bücher ein

„Haben Sie auch Liebesbücher?“

Seit neun Jahren lädt Gabriele Grim Schulkassen in ihre Buchhandlung Blätterwerk in Karlsfeld ein und bringt Schülern die Welt der Bücher und des Lesens nahe.

Karlsfeld – „Ich dachte, wir bleiben drei Stunden hier!“ Ein bisschen enttäuscht sind sie, als Gabriele Grimm nach 45 Minuten Bücherstunde sagt: „So, nun könnt Ihr Euch noch zehn Minuten umschauen und bitte...“ – „...nichts kaputtmachen“, ergänzen die cleveren Gäste aus der 5. Klasse der Mittelschule. „Logo.“

Seit neun Jahren lädt Gabriele Grim Schulkassen in ihre Buchhandlung Blätterwerk ein und bringt Schülern die Welt der Bücher und des Lesens nahe. „Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Klassen es waren. Dieses Jahr waren es 13, insgesamt waren es wohl weit mehr als 100.“ Es kommen die 4. Klassen der beiden Karlsfelder Grundschulen und die 5. Klassen der Mittelschule. „So besuchen alle Karlsfelder Kinder wenigstens einmal in ihrem Leben eine Buchhandlung.“

Johannes Keller, Lehrer an der Mittelschule, findet die Aktion von Frau Grim super: „Die Kinder hocken stundenlang am Computer und an der Konsole und zocken. Ich sage ihnen, lest auch mal was, und wenn‘s die Bravo ist. Hauptsache, sie lesen was.“   

Heute hocken sie auf dem Boden und hören aufmerksam zu und sparen nicht mit Fragen und Kommentaren. Es geht um Märchen: „Kennt Ihr welche?“ „Weiß ich nicht so gut, da war ich noch so klein.“ Und Krimis? „Ja, das sind die mit Mord und Totschlag, und da gibt es einen Detektiv“, wissen sie. Es geht um Autoren und wie man Pech oder Erfolg haben kann.

Harry Potter kennen alle, aber die Geschichte von Joanne Rowling, die jahrelang vergeblich versuchte, einen Verleger zu finden, rührt sie: „Das ist nicht gut, aber jetzt geht es ihr ja gut.“ Wohl wahr.

Die jungen Gäste finden es auch hoch spannend, dass mit Frau Grim die leibhaftige Chefin der Buchhandlung vor ihnen sitzt. „Das ist Ihre eigene Firma, war das Ihr Traum, diese Firma zu haben?“

Es war eher Zufall, erzählt sie, damals vor zehn Jahren, als die Buchhandlung Sirius schloss und ein Nachfolger gesucht wurde. Und ja: „Ich fand das schon immer toll, mein eigener Chef zu sein.“

Die Kinder wollen auch noch wissen, wo die Krimis stehen, ob die Ladenbesitzerin schaut, welche Bücher gut sind, und ob sie weiß, was die Leute kaufen wollen. „Im Laufe der Zeit kenne ich die Wünsche meiner Kundschaft.“ Immerhin sind es jetzt zehn Jahre Erfahrung, die sie mit „ihrem“ Blätterwerk sammeln konnte.

Die letzte Viertelstunde ist zum Schnuppern da, Bücher werden in die Hand genommen, Kochbücher, ein Bildband über Südtirol, ein Psychothriller wird angeblättert. „Das ist echt cool, dass wir uns die Bücher einfach so nehmen können“, sagt ein junger Schüler.

Ein spezieller Wunsch bleibt noch offen. „Haben Sie auch Liebesbücher?“, wird die Chefin von einigen Mädchen gefragt. Die weiß, dass nicht Liebesromane gemeint sind, es geht mehr in Richtung Bravo-Aufklärung. Nein, hat sie nicht. Dafür bekommen alle zum Schluss ein Taschenbuch geschenkt: „Der geheime Kontinent.“ Hat ja auch was von Aufklärung.

ep

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