Frösche in Vogelnest
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Die Nachmieter dieses Nestes, zwei Fröschlein, trösten über den Verlust nicht hinweg.

Zeugen gesucht

Tierhasser zerstören Nest von brütenden Gänsen: Spaziergänger entsetzt - „Macht mich echt sprachlos“

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Am Kollerweiher im Landkreis Dachau hatten sich Graugänse zum Brüten niedergelassen. Unbekannte zerstörten mit Steinen das Nest der geschützten Vögel. Jetzt ermittelt die Polizei.

Karlsfeld – Naturfreunde und Spaziergänger sind entsetzt. Unbekannte Tierhasser haben in der Zeitspanne von vergangenem Wochenende bis zum Montagnachmittag am Kollerweiher im Schwarzhölzl das Nest eines brütenden Grauganspärchens mutwillig zerstört.

Karlsfeld: Unbekannte Tierhasser zerstören mit Steinen an Weiher Graugansnest

„Meine Freude war groß, als ich vor einer Woche die brütende Gans im Schilf entdeckt habe“, sagt Naturfotograf Michael Matziol aus Karlsfeld. „Ein Grauganspärchen hat am Kollerweiher ein Nest gebaut und dort vor zwei bis drei Wochen zu brüten begonnen.“ Engagierte Naturschützer haben auch sofort reagiert und ein Schild aufgestellt, um Spaziergänger darauf hinzuweisen, damit diese ihre Hunde anleinen und dem Nest nicht zu nahe kommen.

Vom Ufer aus betrachtet der Graugans-Ganter das zerstörte Nest.

Matziol, der seit vielen Jahren das Verhalten von Tieren ganz genau beobachtet und mit seiner Kamera festhält, berichtet weiter: „Die Gans hat trotz Spaziergängern entspannt auf ihren Eiern gebrütet, während der Ganter am Ufer aufmerksam über sie wachte. Und viele Besucher hatten Freude daran, die Gans zu beobachten.“

Kollerweiher im Landkreis Dachau: Unbekannte zerstören Eier von geschützten Vögeln

Doch mittlerweile ist diese Idylle dahin. Bei einem Spaziergang entdeckten Josef Wastian und seine Ehefrau aus Karlsfeld das zerstörte Nest. Unbekannte hatten zwei große Steine ins Nest befördert und die Eier kaputtgemacht, berichtet Wastian.

Er und Matziol können diese Zerstörungswut nicht verstehen. „So etwas macht mich echt sprachlos, und ich möchte gar nicht wissen, was da passiert ist“, so Matziol. Gestern sei die Gans noch am Brüten gewesen, und heute sei das Nest zerstört „und nur noch der Ganter am Weiherrand zu sehen – so was macht mich traurig und auch wütend“.

Polizei ermittelt - und sucht Zeugen

Als ein „starkes Stück“ bezeichnet Alexander Wolfseder, Sachgebietsleiter Naturschutz im Landratsamt Dachau, diese Straftat. Der Kollerweiher ist eine besonders geschützte Kernzone, und Graugänse gelten als „besonders geschützt“. Das Zerstören ihres Geleges wird daher streng bestraft.

Eine dementsprechende Anzeige bei der Polizei Dachau ist erfolgt. Polizei und Naturschutzbehörde bitten nun die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Wer am Wochenende oder am Montag verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich bitte umgehend bei der Polizei Dachau (Telefon 0 81 31/56 10) oder beim Landratsamt (0 81 31/740) melden.

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(Von Thomas Zimmerly)

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