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Packen wir’s an: Brigitte und Alfons (†) Göttler setzten sich maßgeblich für die Gründung ein.

Karlsfelder Werbegemeinschaft feiert Jubiläum

Die zündende Geschäftsidee

Vor 25 Jahren wurde die „Karlsfelder Werbegemeinschaft“, die KWG, gegründet. Heute heißt sie EUG, „Engagierte Unternehmer Gemeinschaft“.

Karlsfeld – Wer seinen 25. Geburtstag feiert, hat meistens noch nicht ganz soviel Erfahrungen gemacht. Und schon gar nicht einen Namenswechsel bewältigt. Anders die „Karlsfelder Werbegemeinschaft“, die KWG, die im Januar 2020 auf ein wechselvolles 25-jähriges Vereinsleben zurückblickt.

Im Jahr 1995 gründeten 13 Geschäftsleute die Werbegemeinschaft. 2017 wurde sie unbenannt in „Engagierte Unternehmer Gemeinschaft“, die EUG.

Die vielfältige Geschichte dieses Vereins ist auch die Geschichte eines Karlsfelds, das sich von einer Gemeinde mit buntem Einzelhandel in eine Kommune mit großen Zentren und Supermärkten gewandelt hat. Aber sich auch mit zahlreichen engagierten Unternehmen weiter entwickelte. Heute gehören zur EUG rund 40 Firmen.

Erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft war 1995 Alfons Göttler, vom „Karlsfelder Brotkorb“ in der Krenmoosstraße. Brigitte Göttler erinnert sich noch an die „Gründerjahre“. Es gab damals einen bayerischen Einzelhandelsverband, der hauptsächlich auf Dachau ausgerichtet war. „Aber wir wollten auch für Karlsfeld etwas tun, wollten zusammen werben und uns auf das Gemeinsame konzentrieren.“

Ein Ziel war ein verkaufsoffener Sonntag. Der „Marktsonntag“ fand 1999 zum ersten Mal statt. „Es hat eine Weile gebraucht, bis er angenommen wurde, aber dann war es ein Erfolg“, berichtet Brigitte Göttler. Inzwischen gibt es ihn immer am ersten Sonntag im Mai und im Oktober.

Das beliebte Treiben auf dem Markt am Faschingsdienstag hatte Alfons Göttler schon 1983 zusammen mit Werner Koch, damals Präsident des OFC (Olympia Faschingsclub), eingeführt und es dann später mit der Werbegemeinschaft organisiert. In der Nachfolge veranstaltet es die EUG immer noch.

Später kamen noch die Gewerbeschauen im Bürgerhaus dazu, die Weinfeste, die Nikolaus-Bescherung und beim Siedlerfest-Umzug die Erfrischung der Teilnehmer mit kühlen Getränken.

Erfreulich sei die Zusammenarbeit mit der Kommune gewesen, so Brigitte Göttler. „Wir haben mit der Gemeinde für die Gemeinde gekämpft.“ Auch die Gemeinderatsmitglieder Werner Kugler von den Freien Wählern und Günter Bunk von der SPD waren Mitglieder der KWG und setzten sich für die örtliche Wirtschaft ein.

Nach dem Tod von Alfons Göttler wurde Michael Gold Vorsitzender. Er hatte 1996 seine Firma „Grafik Outsign“ gegründet und war der Meinung: „Wir müssen die Gewerbetreibenden weiter vernetzen.“ Brigitte Göttler wurde seine Stellvertreterin. Sie sorgte dafür, dass es immer einen Stand gab mit Kaffee und Kuchen bei den Veranstaltungen. Seitdem sie 2012 ihr Geschäft „Karlsfelder Brotkorb“ aufgab, ist sie Ehrenmitglied. Und immer noch aktiv dabei. „Ich bin sehr froh darum, wie sie uns unterstützt“, sagt Gold.

Beim Stöbern in den Ordnern mit den „historischen“ Fotos seufzt Gold: „Es ist erschreckend, wie viele davon nicht mehr leben.“ Und etwas wehmütig: „Früher war alles einfacher, euphorischer, menschlicher.“ Der Zusammenhalt sei groß gewesen. Es wurde viel Energie investiert in die „Leistungs- und Gewerbeschauen“, die anfangs alle zwei Jahre stattfanden, später seltener.

Nach einigen mageren Jahren gab es 2010 ein anderes Konzept: Erstmals konnten sich alle Karlsfelder Firmen beteiligen, nicht nur die KWGler. „Wirtschaftsförderer Peter Freis hat uns seit damals, das war 2010, sehr unterstützt“, sagt Gold.

Der Unternehmerstammtisch, das Businessfrühstück, die Familienmesse, die EUG-Hütte auf dem Weihnachtsmarkt – das waren die Herausforderungen der vergangenen Jahre. Die Truppe hat sich engagiert und mit viel Sinn für Gemeinschaft geschafft – ganz entsprechend dem neuen Namen.

Und so werden sie auch noch die Feiern zum 25. Jubiläum hinkriegen. Am 1. Mai gibt es das Maifest, am 2. Mai wird 25 Jahre Weinfest auf dem alten Markt gefeiert. Und am 3. Mai ist Marktsonntag. Und in sehr weiser Voraussicht sagt Michael Gold: „Das wird ein knackiges Wochenende“.

ep

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