Karlsfelder Kindertagesstätten

Gebühren steigen um 20 Prozent

Wer sein Kind in Karlsfeld in einer Krippe, einem Kindergarten oder im Hort betreuen lässt, muss von September an deutlich mehr bezahlen. Der Hauptausschuss des Gemeinderats beschloss eine Gebührenerhöhung um 20 Prozent.

Karlsfeld – Der Haupt- und Finanzausschuss des Karlsfelder Gemeinderats hat am Mittwochabend mehrheitlich eine Erhöhung der Krippen-, Kindergarten und Hortgebühren um 20 Prozent beschlossen. Die Erhöhung gilt auch für Kindertagesstätten mit freien Trägern wie BRK und Kirchen.

Je nach Anzahl der Betreuungsstunden steigen die Gebühren für die Krippen um Beträge von 41,80 bis 64,60 Euro. Die Betreuung von Kinder unter drei Jahren kostet zwischen 29,20 und 50,20 Euro mehr, bei Kindern über drei Jahren zwischen 14,80 und 26 Euro. Die Gebührenerhöhung für den Kinderhort liegt bei minimal 14,80 Euro und maximal 24,40 Euro.

Die Kinderbetreuung belastet die Haushalte der Städte und Gemeinden enorm. Das ist in Karlsfeld nicht anders. Wie Bürgermeister Stefan Kolbe mitteilte, ist 2017 allein bei den laufenden Kosten der Kinderbetreuung mit einem Defizit von rund 6,1 Millionen Euro zu rechnen. Durch die Erhöhung verringert sich das Defizit um 455 000 Euro.

Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) sagte, er erachte die Erhöhung um 20 Prozent „als Unterkante, das Defizit galoppiert davon“. Ähnlich äußerte sich Finanzreferent Holger Linde (CSU). Sein Fraktionskollege Bernd Wanka sagte, dass man in Karlsfeld auch nach der Gebührenerhöhung „im Vergleich mit München noch günstig“ sei. Die Verwaltung hatte den Gemeinderäten auch Berechnungen für zehn- und 15-prozentige Gebührenerhöhungen vorgelegt.

Bürgermeister Kolbe hofft auf Verständnis bei den Eltern. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, wurden immer wieder neue Einrichtungen geschaffen, zuletzt das Kinderhaus an der Röntgenstraße. Das führt zu weiteren Personalkosten. Um die Erzieherinnen zu entlasten, wurden zudem vier Küchenhilfen eingestellt. Kosten: 52 000 Euro pro Jahr. Die Gemeinde wolle professionelle Betreuung garantieren. Kolbe: „Das geht alles nicht zum Nulltarif.“

Auch in den Kindertagesstätten mit freien Trägern fallen Defizite an, die die Gemeinde übernimmt. Den Gemeinderäten sei jedoch „kein aussagekräftiges Zahlenmaterial der Träger“ vorgelegt worden, so Beate Full (SPD). Die Verwaltung habe es zudem versäumt, die Kostenexplosion bei den Kindertagesstätten einzudämmen und neue Gebührenmodelle zu entwickeln. Sie forderte, die Kita-Finanzierung „auf andere Füße zu stellen“.

Das wollte Kolbe keinesfalls so stehen lassen. „Der Verwaltung vorzuwerfen, sie hätte geschlafen, ist eine Frechheit“, so der hörbar erboste Bürgermeister. Gerade auf dem Gebiet der Kinderbetreuung leisteten die Mitarbeiter im Rathaus sehr gute Arbeit.

Gestern fügte Kolbe hinzu, dass die Vertragsverhältnisse mit den freien Trägern transparent seien. Die Wirtschaftspläne der Träger lägen vor, Details seien für Gemeinderäte jederzeit einsehbar. tol

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