Gemeinde sucht vergeblich Jugendarbeiter

Streetworker gesucht

Streetwork ist eine tragende Säule der gemeindlichen Jugendarbeit in Karlsfeld. Oder besser: sollte es sein. Denn die Stelle ist seit Monaten unbesetzt.

Karlsfeld – Die Streetwork wird offiziell auch als Aufsuchende Jugendarbeit bezeichnet. Ausgebildete Sozialarbeiter gehen dorthin, wo sich Jugendliche und Heranwachsende treffen, nehmen Kontakt auf und beraten und unterstützen die jungen Menschen in möglichst allen Lebenslagen.

Die letzte Streetworkerin hat die Gemeinde Karlsfeld im Oktober 2017 verlassen. Die Gemeinde wollte die Stelle nachbesetzen. Doch das gelang bisher nicht. Unlängst fand sich zwar ein Bewerber, der aber sprang wieder ab, was Bürgermeister Stefan Kolbe ziemlich ernüchterte: „Ich hatte so sehr gehofft, dass das Thema endlich erledigt ist.“

Nun also geht die Suche weiter. Die Stelle ist erneut ausgeschrieben. Kolbe hofft, dass sie bis zum Sommer wieder besetzt werden kann, denn dann sind die Jugendlichen wieder vermehrt draußen anzutreffen. Doch der Optimismus des Bürgermeisters hält sich in Grenzen: „Sozialpädagogen fallen leider nicht vom Himmel.“

Für fachlich fundierte Streetwork ist ausgebildetes Personal unabdingbar. Denn um nachhaltige Präventions-, Unterstützungs- und Betreuungsarbeit leisten zu können, ist ein belastbares Vertrauensverhältnis Voraussetzung. Um Zugang zu jungen Menschen zu finden, die häufig von keiner sozialen Einrichtung oder anderen Jugendhilfeangeboten mehr erreicht werden, benötigen Streetworker nicht selten Ausdauer und ein gehöriges Maß an Frustrationstoleranz.

Dass es mitunter schwierig ist, für die Betreuung junger Menschen geeignetes Personal zu finden, das kennen Bürgermeister Kolbe und die Gemeindeverwaltung Karlsfeld auch aus einem anderen Bereich: Denn die Gemeinde ist ständig auf der Suche nach weiteren Mitarbeiterinnen für die Kindertagesstätten. Auch hier ist der Markt leer gefegt.

tol

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