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Claudia Englmann pendelt seit vielen Jahren zwischen ihrem Wohnort Karlsfeld und der Landeshauptstadt.

35-Jährige durfte nicht aussteigen

Isarcard-Schock für Pendlerin: „Kontrolleure machten mich zur Schwarzfahrerin“

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„So etwas ist einfach ungerecht!“ Claudia Englmann hat einen Streit mit der Bahn hinter sich, der ihr schlaflose Nächte beschert hat. Die 35-Jährige sollte 60 Euro wegen Schwarzfahrens zahlen.

Karlsfeld - Dabei hatte sie eine gültige Isarcard – aber ein Fahrscheinkontrolleur hielt sie davon ab, rechtzeitig auszusteigen. Also sie notgedrungen eine Station weiter fuhr (wo ihre Karte nicht mehr gültig war), forderte ein zweiter Kontrolleur plötzlich mit eiskaltem Gesicht: „So! Jetzt sind 60 Euro fällig!“

Schon seit vielen Jahren pendelt Claudia Englmann zwischen ihrem Wohnort Karlsfeld und München, wo die Bürokauffrau in der Karolinenstraße arbeitet. Am Donnerstag vor zwei Wochen fuhr sie am Nachmittag gegen zwei Uhr heim. Kurz vor Karlsfeld: Fahrkartenkontrolle. Claudia Englmann zeigte ihre Isarcard. Doch noch während der Kontrolle hielt die Bahn in Karlsfeld. Die 35-Jährige sprintete zur Türe, um auszusteigen – zu spät. „Der eine Kontrolleur hatte mich aufgehalten. Da ging die Tür zu und ich konnte nicht mehr aussteigen“, sagt Claudia Englmann.

Kontrolleur zeigt keine Gnade

Direkt neben der Tür aber wartete ein weiterer Kontrolleur. „Fahrkartenkontrolle!“ rief er und stellte sofort fest, dass die Isarcard nun natürlich nicht mehr gültig ist. „Ihren Personalausweis!“, forderte er unerbittlich.

Ein ähnliches Schicksal ereilte jüngst eine 15-Jährige, die trotz ihres MVV-Tickets zur Schwarzfahrerin wurde.

Claudia Englmann erklärte, was passiert war, der erste Kontrolleur kam ihr sogar noch zu Hilfe: „Das passt schon“, sagt er zum Kollegen. Doch der Mann blieb hart!

Ihr blieb nichts anderes übrig, als bis Dachau zu fahren und ein neues Ticket zurück bis Karlsfeld zu lösen. Zuhause schrieb sie gleich an die für diese Fälle zuständige Fahrpreisnacherhebungsstelle bei der Bahn.

Kunden-Hotline rät zum Anwalt

Ein Antwortschreiben kam zurück – doch mit keinem Wort ging es auf Englmanns Geschichte ein. Nur die Standard-Antwort: „Sie hatten keine gültige Fahrkarte. Deshalb musste die Kollegin oder der Kollege eine Fahrpreisnacherhebung schreiben.“

Als sich Englmann bei einer Kunden-Hotline beschwerte, kam nur die lapidare Antwort: „Gehen Sie ruhig zum Anwalt. Das bringt Ihnen sowieso nix!“

Plötzlich lenkt die Bahn doch ein

Erst als die tz eine Stellungnahme zu dem Fall forderte, lenkte die Bahn nun ein: Wir haben den Vorfall noch einmal überprüft und auch unseren Fahrkartenkontrolleur dazu angehört. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde die Kundin leider tatsächlich zweimal kontrolliert und hat dadurch offensichtlich den Ausstieg an ihrem Zielbahnhof verpasst. Das darf nicht zu Lasten der Kundin gehen“, heißt es in einer Stellungnahme. 

„Wir werden die Fahrpreisnacherhebung einstellen und uns bei der Kundin entschuldigen.“ Claudia Engelmann bekam auch noch einen persönlichen Anruf von einem Bahn-Mitarbeiter, der ihr als Entschädigung nun auch noch einen 20 Euro Reisegutschein versprach. Die 35-Jährige ist sehr froh: „Danke, tz. Wenn ihr nicht nachgefragt hättet, wäre es wohl nicht so weit gekommen.“

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