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Damit Karlsfeld fahrradfreundlicher wird: Alte Bayernwerkstraße wird Fahrradstraße – Einbahnregelungen für Radler entfallen

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Von: Thomas Leichsenring

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Vorrechte für Radler: die Alte Bayernwerkstraße. 
Vorrechte für Radler: die Alte Bayernwerkstraße.  © Hirsch

Um den Fahrradfahrern der Gemeinde Karlsfeld das Leben so bequem und sicher wie möglich zu machen, haben die Gemeinderäte nun einige Neuerungen beschlossen.

Karlsfeld – Wie fahrradfreundlich ist Karlsfeld? Das wollte der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) 2021 herausfinden und befragte Karlsfelder Radfahrer. Ergebnis war die Note 3,7 – es geht also noch mehr.

Am Mittwochabend hat sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats für zwei konkrete Maßnahmen ausgesprochen, damit Karlsfeld wieder ein Stück fahrradfreundlicher wird: die Fahrradstraße auf der Alten Bayernwerkstraße und die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung.

Die Alte Bayernwerkstraße führt von der Moosstraße in Dachau parallel zur B 304 bis nach Karlsfeld zu den Drei Märkten (siehe Grafik). Autofahrer, vor allem Pendler, nutzen sie gerne als Ausweichmöglichkeit.

Das dürfte bald nicht mehr zulässig sein. Denn nicht nur Karlsfeld befürwortet die Einrichtung einer Fahrradstraße. Wie Günter Rustler von der Gemeindeverwaltung Karlsfeld im Ausschuss mitteilte, haben sich sowohl die Dachauer Polizei als auch die Stadt Dachau für eine Fahrradstraße ausgesprochen.

Stefan Januschkowetz, Leiter des Dachauer Ordnungsamtes und dadurch für Verkehrsfragen zuständig, bestätigte, dass die Stadt Dachau dafür offen sei. Jedoch würden die 160 Meter der Straße, die auf Dachauer Stadtgebiet verlaufen, nicht der Stadt selbst, sondern der Deutschen Bahn gehören. Mit der Bahn sei man im Gespräch. Januschkowetz zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass es bald zu seiner Lösung kommen könnte. Als Nächstes wird sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrats mit dem Thema befassen.

Auf Fahrradstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, auf Radfahrer muss besondere Rücksicht genommen werden. Autofahrer dürfen den Radverkehr weder behindern noch gefährden. Sollte die Alte Bayernwerkstraße zur Fahrradstraße werden, wird sie aller Voraussicht nach nur noch für den Anliegerverkehr freigegeben.

Das bedeutet, dass ein Durchfahren von Dachau nach Karlsfeld (oder in Gegenrichtung) nicht mehr gestattet ist. Franz Trinkl, SPD-Gemeinderat und Fahrradreferent der Gemeinde Karlsfeld, machte in der Sitzung deutlich, was er erwartet: „Das ist ein beliebter Schleichweg, eine Fahrradstraße wird nicht allen gefallen.“

Der Karlsfelder Umwelt- und Verkehrsausschuss hat am Mittwoch zudem beschlossen, dass Radfahrer bald folgende Einbahnstraßen auch ihn Gegenrichtung befahren können: Schwarzgrabenweg, Gärtnerweg (nördlicher Teil), Lindenstraße und Schwaigerbachstraße. Ziel ist es, Radfahrern unliebsame Umwege zu ersparen.

Schon seit geraumer Zeit soll die Gemeinde Karlsfeld ein Radverkehrskonzept bekommen. Wegen Corona sei es jedoch zu erheblichen Verzögerungen gekommen, teilte Günter Rustler den Ausschussmitgliedern mit. In Kürze werde das beauftragte Verkehrsplanungsbüro die Datenerhebung fortsetzen. Unter anderem untersucht und bewertet das Büro die Radwege im Gemeindebereich, es benennt Gefahrenstellen und schlägt Maßnahmen zur Optimierung des Radnetzes vor. Mit dem Abschlussbericht sei Ende des Jahres zu rechnen. Bernhard Hirsch/Thomas Leichsenring

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