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Nach Eskalation: Glasflaschenverbot am Karlsfelder See tritt heute in Kraft

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Von: Nikola Obermeier

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Scherben auf den Wegen und in den Grasflächen fanden Badegäste am Sonntagmorgen auf der Halbinsel vor.
Scherben auf den Wegen und in den Grasflächen fanden Badegäste am Karlsfelder See vor. © Norbert Habschied

Die Wege und Liegewiesen des Karlsfelder Sees sollen wieder scherbenfrei werden. Daher tritt ab sofort ein Glasflaschenverbot am See in Kraft – per Allgemeinverfügung der Gemeinde Karlsfeld.

Karlsfeld - Das neue Glasflaschenverbot am Karlsfelder See gilt ab dem heutigen Mittwoch täglich von 18 bis 6 Uhr, bis 30. September. Außerdem soll die Präsenz von Polizei und Sicherheitsdienst verstärkt werden.as beschlossen Landratsamt, Gemeinde Karlsfeld, Polizei, Rettungsdienst und Wasserwacht in einem Krisengespräch am Montag. In „großer Runde“, so Landrat Stefan Löwl, seien mehrere Probleme in Karlsfeld ausgemacht worden, das aktuellste: die Glasscherben am See. Ein weiteres ist die zunehmende Gewaltbereitschaft der feiernden Jugendlichen.

Flaschen werden mutwillig zerschlagen

Der Karlsfelder See zieht in den Sommermonaten Jugendliche an, es wird gefeiert – es wird getrunken, aus Glasflaschen. Entsorgt werden diese Flaschen nicht, sie werden auf den Boden geworfen oder abgestellt, weggetreten oder, wie berichtet, mutwillig zerschlagen. Am vergangenen Sonntagvormittag bot sich ein Bild der Verwüstung: Wege, Wiesen auf der Halbinsel und das Ufer, waren mit Scherben übersät. Die Polizei sperrte das Areal rund um die Tischtennisplatten ab, ein Reinigungsdienst rückte an. Aber die Scherben aus den Wiesen zu entfernen, sei unmöglich, so Löwl. Die Wege wurden gekehrt.

Mehrere Einsätze für die Wasserwacht wegen Schnittwunden

Diesen Job übernahmen in den vergangenen Monaten mehrmals die Einsatzkräfte der Wasserwacht, wie Kreisvorsitzender Oliver Welter berichtet. „Bei uns klingeln am Samstagfrüh die Badegäste und beschweren sich.“ Eine weitere Konsequenz der vielen Glasscherben in den Liegewiesen seien Schnittwunden, die versorgt werden müssen. Das Glasflaschenverbot sei nun ein Versuch, „mit dem man das Problem in den Griff bekommen will“, auch wenn er selbst kein Freund von Verboten sei.

Doch Landrat Stefan Löwl ist überzeugt, dass es keine andere Lösung gibt. „Da hat man eine klare Handhabung: Wer mit einer Flasche in der Hand erwischt wird, wird ermahnt. Polizei oder Sicherheitskräfte können die Flaschen mitnehmen.“ Und, so der Landrat: „Wir hoffen auf Einsicht der Jugendlichen.“

Gewalt nimmt immer weiter zu

In der Vergangenheit haben „direkte Ansprachen zu keinem Erfolg geführt“, wie Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe in der Allgemeinverfügung ausführt. Im Gegenteil: Die Situation habe sich stetig verschlimmert, Aufklärungsmaßnahmen über Entsorgungsmöglichkeiten blieben bei den häufig alkoholisierten Jugendlichen erfolglos. Polizei, Sicherheitsdienst und kommunale Jugendarbeit konnten eine zunehmende Eskalation und Gewaltbereitschaft beobachten. „Der vermehrte Alkoholkonsum steigert zudem die Gewaltbereitschaft der Besucher“, wie in der Allgemeinverfügung erklärt wird. „Nach den Feststellungen der Polizei sowie von Sicherheitsdienst und Ordnungsamt kam es im Naherholungsgebiet immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen feiernden Gruppen, bisher ohne schwerere Körperverletzungen.“

Das Glasverbot soll nun zunächst natürlich die Gefahren für Besucher und Einsatzkräfte verringern, sich wegen Glasscherben zu verletzten – oder auch nur einen Platten am Fahrrad zu bekommen. Die Höhe des Bußgelds – zwischen 50 und 500 Euro seien möglich – stehe laut Löwl noch nicht fest, „aber bei Wiederholungstätern wird es spürbar sein“. Außerdem sei geplant, die Präsenz von Sicherheitsdienst und Polizei zu verstärken. Die Polizei wird nach Angaben von Polizeisprecher Günther Findl eventuell mit Kräften des Einsatzzuges Fürstenfeldbruck oder der Bereitschaftspolizei Dachau unterstützt.

Weitere Verbote könnten kommen

Falls die Probleme nicht gelöst werden, könnten weitere Verbote erlassen werden: „Das Glasverbot ist ein milderes Mittel als ein generelles Alkoholverbot oder die Teil- bzw. Vollsperrung des Naherholungsgebiets“, lässt Kolbe in der Allgemeinverfügung durchblicken. Feiern sei weiter möglich, Alkohol trinken sei weiter möglich – nur eben nicht mehr aus Glasflaschen.

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