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Trotz Petition: Kein Ersatz für Hortcontainer in St. Josef

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Von: Verena Möckl

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645 Unterschriften sammelten die Eltern für den Erhalt der fünften Hortgruppe – am Ende allerdings umsonst. hab
645 Unterschriften sammelten die Eltern für den Erhalt der fünften Hortgruppe – am Ende allerdings umsonst. © Norbert Habschied

Keine guten Nachrichten für die Initiative für familienfreundliche Nachmittagsbetreuung in Karlsfeld: Der Gemeinderat hat beschlossen, dass es keinen Ersatzcontainer in St. Josef geben wird.

Karlsfeld – 645 Stimmen hat die Initiative für familienfreundliche Nachmittagsbetreuung in Karlsfeld für den Erhalt der fünften Hortgruppe in St. Josef gesammelt. Am Ende hat alles nichts genützt. Der Hortcontainer kommt Ende des Schuljahres weg! Einen Ersatz wird es nicht geben. Das entschied der Karlsfelder Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstag.

Abriss des Containers in St. Josef: Karlsfelder Eltern kämpfen für Erhalt

Wie berichtet hatte die Gemeinde Karlsfeld eine Prognose über den Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen gestellt – mit dem Ergebnis: Alle Kinder können betreut werden.

Doch die Sorge der Eltern, deren Kinder in die Verbandsgrundschule gehen, ist eine andere: Wenn die fünfte Gruppe von St. Josef wegbricht, müssen ihre Kinder in Einrichtungen betreut werden, die sich jedoch am anderen Ende von Karlsfeld befinden. „Ich glaube, das will keiner, wenn 100 Elterntaxis quer durch Karlsfeld fahren“, sagte Grünen-Gemeinderätin Heike Miebach, die die Interessen der Eltern vertritt. Es gehe um Familien und deren Lebensqualität jeden einzelnen Tag. „Das sind keine Luxusprobleme“, so Miebach.

Es regt sich Protest bei den Eltern und dem Elternbeirat des Kinderhauses St. Josef in Karlsfeld gegen den Abriss des Containers neben dem Kinderhaus St. Josef in Karlsfeld. Unser Bild zeigt einen Teil der Initiative mit Tamara Inan (6.v.l.) und Viktoria Kinderknecht (4.v.l.).
Es regt sich Protest bei den Eltern und dem Elternbeirat des Kinderhauses St. Josef in Karlsfeld gegen den Abriss des Containers neben dem Kinderhaus St. Josef in Karlsfeld. Unser Bild zeigt einen Teil der Initiative mit Tamara Inan (6.v.l.) und Viktoria Kinderknecht (4.v.l.). © Simone Wester

Betreuungsplätze ab kommenden Schuljahr: Ganztagsklasse im kommenden Schuljahr

Ursula Weber, Rektorin der Verbandsgrundschule und CSU-Gemeinderätin, gab zu bedenken, dass die 25 Plätze in der fünften Hortgruppe das Problem nicht lösen würden. „Der Bedarf an Nachmittagsbetreuungsplätzen kann mit St. Josef alleine nicht gedeckt werden.“

Einen Ersatzcontainer für 25 Kinder für viel Geld aufzustellen und nach einem Jahr wieder abzureißen, ist nicht nachhaltig!

Ursula Weber, Rektorin der Verbandsgrundschule Karlsfeld und CSU-Gemeinderätin

Weber verwies darauf, dass zum neuen Schuljahr auch die erste Ganztagsklasse eingeführt wird und die Kinder dann wohnortnah am Nachmittag betreut werden können. Es sei deutlich sinnvoller, wenn die Schüler in der Schule betreut werden, sonst stünde der Hort vormittags leer und die Schule nachmittags, so Weber. „Einen Ersatzcontainer für 25 Kinder für viel Geld aufzustellen und nach einem Jahr wieder abzureißen, ist nicht nachhaltig!“

Bald ohne Festung: Die Hortgruppe „Kinderburg“ wird kommendes Schuljahr geschlossen, doch dagegen regt sich seit Kurzem Widerstand.
Bald ohne Festung: Die Hortgruppe „Kinderburg“ wird kommendes Schuljahr geschlossen, doch dagegen regt sich seit Kurzem Widerstand. © archiv

Transport für Kinder der Verbandsgrundschule verbessern

Dem stimmte auch Adrian Heim vom Bündnis für Karlsfeld zu. „Wir sollten uns überlegen, wie wir den Transport der Kinder verbessern können“, sagt er. Etwa durch eine finanzielle Entlastung oder extra Busse.

Auch er sehe es angesichts der prekären finanziellen Lage der Gemeinde problematisch, einen Container nur für eine kurze Zeit aufzustellen. „Die Haushaltsdebatte ist ein Streichkonzert für uns. Wir haben einfach keine Luft nach oben.“ Denn die Kosten für einen neuen Container liegen zwischen 170 000 und 190 000 Euro.

„Wir müssen unser Geld so einplanen, dass es uns an einer anderen Stelle nicht noch mehr weh tut.“

„Wir sollten das Geld nicht in die Hand nehmen“, meinte auch Christian Bieberle von der CSU. „Wir müssen unser Geld so einplanen, dass es uns an einer anderen Stelle nicht noch mehr weh tut.“

Die finanzielle Lage in der Gemeinde ist so drastisch, dass Projekte auf der Strecke bleiben müssen, etwa der langersehnte Skatepark oder die dringend notwendige Sanierung des Karlsfelder Hallenbads.

Ersatz für Hortcontainer: Grünen stimmen gegen eigenen Antrag

Das musste am Ende der Debatte auch die Grünen-Fraktion einsehen, die den Antrag auf den Ersatzcontainer gestellt hatte. Und es geschah etwas, was nur selten in Gemeinderatssitzungen vorkommt: Die Fraktion stimmte gegen ihren eigenen Antrag. „Einen neuen Container zu bestellen, können drei von vier Leuten von uns nicht mittragen“, sagte Michael Fritsch.

Die einzige, die weiterhin für den Erhalt der fünften Hortgruppe stimmte, war Heike Miebach. „Wir haben alles versucht“, sagte sie zu den besorgten Eltern, „aber das ist eben nun mal Demokratie.“

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