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Ein Testlauf: Mit zwei Schlägen zapfte Bürgermeister Stefan Kolbe das Fass bei der traditionellen Bierprobe in München an. Zum offiziellen Festauftakt am 6. Juli ist seine Schlagfertigkeit erneut gefragt.

Mit der Bierprobe beginnt der Countdown zum Siedlerfest 2019

Karlsfeld: Das „kleine Oktoberfest“ kann kommen

Noch wenige Tage, dann wird in Karlsfeld wieder groß gefeiert. Vom 5. bis 14. Juli veranstaltet die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord das Siedlerfest am See. Jetzt fand die traditionelle Bierprobe statt.

Für den Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe ist dabei die Generalprobe gelungen. Mit zwei Schlägen sollte er das erste Fass Festbier anzapfen – schließlich wolle er ja im nächsten Jahr als Bürgermeister wiedergewählt werden, wie Harry Stadlmayer von der Paulaner-Brauerei scherzte. „Wenn das die Qualifikation ist...“, meinte Kolbe ironisch – und schaffte den Fassanstich bei der Bierprobe mit zwei kräftigen Schlägen.

Bei der Veranstaltung in der Knödel-Alm am Münchner Ostbahnhof präsentierten sich die Paulaner-Brauerei und die Familie Brandl, die auch in diesem Jahr wieder die Bewirtung beim Siedlerfest übernehmen wird. Traditionell findet die Bierprobe direkt bei Paulaner statt, aber wegen der Umbauarbeiten am Eiskeller wurde sie diesmal in die Knödel-Alm verlegt. Die urig-bayerische Hütte wird ebenfalls von Familie Brandl betrieben – und sie bot den passenden Rahmen für das Anzapfen.

Gezapft wird auch heuer „Paulaner Urtyp“, ein Exportbier mit 5,5 Prozent Alkohol. Vor knapp fünf Jahren fiel die Entscheidung gegen das Wiesn-Bier. Am liebsten hätte Harry Stadlmayer, Verkaufsleiter bei Paulaner, das klassische Helle angeboten. Mit 4,9 Prozent hat es weniger Alkohol – die Besucher hätten dadurch vielleicht eine Mass mehr getrunken. Dennoch ist Stadlmayer mit den Umsätzen auf dem Siedlerfest zufrieden. Im vergangenen Jahr seien rund 3500 Mass Bier gezapft worden, ein Plus von gut sechs Prozent gegenüber 2017. Ein entscheidender Grund dafür sei sicherlich das heiße Wetter gewesen, aber die Brauerei ist auch mit Festwirt Peter Brandl sehr zufrieden, der heuer zum dritten Mal dabei ist. Seitdem, so der Paulaner-Verkaufschef, gingen die Umsätze nach oben.

5,90 Euro wird die Mass Festbier in diesem Jahr bei der Bierprobe am 5. Juli kosten, ansonsten 8,40 Euro – also deutlich günstiger als auf den Wiesn, zumal Paulaner-Verkaufschef Stadelmayer das Siedlerfest wegen seiner Programmvielfalt gerne als „kleines Oktoberfest“ bezeichnet.

Dass dies so bleibt, dafür will die Siedlergemeinschaft auch diesmal wieder einige Höhepunkte bieten. Am Dienstag, 9. Juli, wird Schlagersänger Mickie Krause im Festzelt auftreten. Angeblich, so ließ er vorab verlauten, würde er direkt von Mallorca nach Karlsfeld kommen.

Die Karlsfelder Blaskapelle ist am Samstag, 6. Juli, zum offiziellen Bieranstich mit dabei. Außerdem gibt es jeden Tag eine Wiesn-Band.

Möglich ist dieses Angebot nicht zuletzt durch die Unterstützung der Paulaner-Brauerei. Stadlmayer ist begeistert vom Siedlerfest in Karlsfeld. Es sei ein Familien- und Volksfest in einer der schönsten Lagen in der Region, hier könne man direkt am See unterm Baum sitzen. So hilft die Brauerei, wo sie gebraucht wird, sei es bei Bierbänken und sonstiger Logistik, oder eben bei größeren Live-Events.

Auch für Festwirt Peter Brandl ist es wichtig, jedes Jahr nochmals „eine Schippe draufzulegen“ und dann am Ende zu schauen, wie die Bilanz aussieht. Für sein Unternehmen, das unter anderem auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt, den Cannstatter Wasen in Stuttgart, ein Festzelt betreibt, ist das Siedlerfest, wie Brandl betont, eine „Herzensangelegenheit“.

Denn in Karlsfeld hat er seinen Firmensitz. Er führt das Unternehmen in der vierten Generation. Mit Tochter Julia läuft sich bereits die fünfte Generation warm. Sie kümmert sich um die Knödel-Alm, eine kultige Almhütte mitten im hippen Werksviertel am Ostbahnhof.

In sechs Jahren steht das 100-jährige Firmenjubiläum an, und Brandl würde es nach eigener Aussage gerne in Karlsfeld feiern. 80 Mitarbeiter kümmern sich dort um das Siedlerfest.

Über diese breite Unterstützung von Festwirt wie auch der Paulaner-Brauerei ist Christa Berger-Stögbauer froh. Sie organisiert das Fest federführend für die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord, die mit rund 1100 Mitgliedern die größte in der Gemeinde ist.

1956 gegründet, feierte sie gleich ein Jahr später das erste Siedlerfest. 1974/75 zog es dann an seinen heutigen Standort am See um. Zusammen mit rund 35 Mitstreitern sorgt die Festreferentin für einen reibungslosen Ablauf – und investiert dafür Jahr für Jahr unzählige Stunden, natürlich ehrenamtlich.

Und das Resultat kann sich wieder sehen lassen: Neben Mickie Krause und den Wiesn-Bands wird es am Sonntag, 7. Juli, ein Fischerstechen geben, bei dem Bürgermeister Kolbe erneut sein Können unter Beweis stellen muss. Der Familientag findet am 10. Juli statt, der Tag der Karlsfelder Vereine einen Tag später. Und am Freitag, 12. Juli, steht das weithin bekannte Brillant-Feuerwerk auf dem Programm.

Bei so vielen Höhepunkten braucht das Karlsfelder Siedlerfest den Vergleich mit den „großen“ Wiesn in der Tat nicht zu scheuen.

OLIVER GIERENS

Das Programm

ist im Internet unter www.siedlerfest-karlsfeld.de zusammengefasst.

Wirt will stets eine Schippe drauflegen

Mickie Krause und andere Höhepunkte

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