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Ende in Sicht: Zumindest der erste Bauabschnitt der Sanierung der Krenmoosstraße steht kurz vor dem Abschluss.

Unmut bei Ladenbesitzern in Karlsfeld

„Umsatzeinbußen ohne Ende“

Die langwierigen Bauarbeiten an der Krenmoosstraße in Karlsfeld machen die Ladenbesitzer nicht glücklich: Sie klagen über enorme Umsatzeinbußen.

Karlsfeld – „Die Stammkunden haben uns die Treue gehalten, die Laufkundschaft blieb weg.“ Maria Eberle von der Metzgerei Eberle ist deshalb froh, dass jetzt der Abschnitt der Krenmoosstraße von der Rathausstraße bis zum Friedhofsweg wieder befahrbar ist und die Parkplätze direkt vor der Ladentür erreichbar sind. Aber die wochenlange Sperrung der Straße hat den Ladenbesitzern Probleme bereitet.

 „Die Gemeinde hatte Kurzparkplätze an der Rathausstraße eingerichtet, das war ganz gut. So konnten wir immer auch per Auto angefahren werden, zwar nicht unmittelbar, aber immerhin“, sagt Maria Eberle. Wer sonst durch die Krenmoosstraße fuhr, etwa zur Schule oder zum Arbeiten, blieb allerdings weg. „Das merkte man schon am Umsatz.“

 Das konnten auch die Straßenbauarbeiter nicht wettmachen, die zum Brotzeitmachen kamen. Und für die Maria Eberle anerkennende Worte findet: „Die waren wirklich fleißig.“

Direkt neben der Metzgerei ist die Bäckerei mit Café Krümelei. Seit Dezember 2013 besteht es dort schon, wo früher die Eulenapotheke war. Für Inhaberin Ivanka Krajinovic lief das Geschäft in den vergangenen Monaten seit der Sanierung, also seit April, „ganz, ganz schlecht. Das war der Wahnsinn.“ Im August ist es normalerweise auch sonst ruhiger, da haben sie immer verkürzte Öffnungszeiten. Aber in diesem Jahr war es besonders heftig mit dem Umsatzrückgang. „Es konnten ja keine Autos vorfahren. Und ältere Menschen haben sich nicht getraut, auf den unsicheren Wegen zu gehen. Aber jetzt wird es besser.“

Erleichtert ist auch Elda Rea von der Pizzeria Il Vesuvio. Der Pizza-Lieferservice lebt ebenso vom Abholgeschäft. Und das war seit April „sehr, sehr schlecht, es war schlimm“, sagt Frau Rea. „Die Leute haben gedacht, dass wir zu haben und nichts mehr bestellt.“

Fast sieben Jahre sind sie an dieser Stelle, wo früher der „Karlsfelder Brotkorb“ mit Brigitte Göttler war. „Das Geschäft lief in den letzten Monaten so wie damals, als wir anfingen. Jetzt rufen die Leute wieder an und kommen zum Abholen.“

Alfred Eschner vom Karlsfelder Service-Center hat seinen Laden gleich neben dem Il Vesuvio. Er macht Schlüssel, Schilder, Stempel, repariert Schuhe, wechselt Uhrbatterien aus. Und das seit 36 Jahren. „Umsatzeinbußen ohne Ende“ hätten die Bauarbeiten verursacht. Zu Fuß ist er immer erreichbar gewesen. „Aber die Leute wollen ja bis vor die Tür fahren. 20 Meter gehen zum Parkplatz um die Ecke, das ist nicht drin.“ Bis Ende September schließt er deshalb sein Geschäft mittwochs ganztägig. Dann hofft er wieder auf seine fahrende Kundschaft. „Aber ich bin auch froh, dass diese kaputte Straße erneuert wurde.“

Noch ist der erste Bauabschnitt nicht ganz fertig. Der Gehweg auf Höhe der Metzgerei Eberle und der Krümelei ist immer noch ein Provisorium: Es müssen Stromkabel für die Straßenbeleuchtung und die Versorgung der Häuser durch das Bayernwerk verlegt werden. „Da hat es Engpässe gegeben, wegen Krankheit und Urlaub“, erläutert Peter Frank vom Tiefbauamt der Gemeinde Karlsfeld. Deshalb habe sich der erste Bauabschnitt um zwei Wochen verzögert. „Aber sie versuchen, das wieder aufzuholen.“

Jetzt folgt der zweite Bauabschnitt: der Bereich vom Friedhofsweg bis zum Schwarzgrabenweg. Auch hier müssen sich die Anwohner einschränken. Insgesamt soll die komplette Sanierung wie geplant Ende November fertig sein, so Frank. Vielleicht gibt es dann ein Fest aus Freude über die nun glatte, neue, schöne Krenmoosstraße. Und über Kundschaft, die nur so herbeiströmt.

ep

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